Logo

Bedrucktes Biedermeierkleid mit extragroßen Keulenärmeln

Ident. Nr.: 2003,KR 229

ObjID: obj:889631

Details (Expert)

Datierung
um 1830/1835
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Abmessungen
Länge: 125 cm

Objektbeschreibung

Das zarte Biedermeierkleid mit extra großen Keulenärmeln besticht durch seinen gedruckten Dekor. Zwischen den feinen eingewebten weißen Streifen winden sich zarte Ranken empor, dazwischen stehen in Reihen versetzt Blütenbouquets aus Rosen und fliederartigen Blüten. Das nur noch leicht erhöhte Oberteil des Kleides besteht aus zwei sich kreuzenden Stoffbahnen, deren Fülle auf der Schulter von zwei schmalen Riegeln eingehalten wird. Die riesigen Keulenärmel sind eingesetzt, um sie zu stützen wurden mit Daunen gefüllte Ärmelpolster untergebunden. Die Taille wird von einem Band markiert, an dem der in feinste Falten gezogene Rock befestigt ist. ChrW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa