Kleines Zechliner Kelchglas mit vergoldeten Rändern
Ident. Nr.: O-1956,11
ObjID: obj:900105
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: um 1760 bis 1770
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, vergoldet
- Abmessungen
- Höhe: 15 cmDurchmesser: 7,3 cm (Fuß)Durchmesser: 6,9 cm (Mündung)Wandungsstärke: 0,2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/900105
Objektbeschreibung
Kelch aus farblosem Glas, Bodenkugel, der breite aber zarte Fuß steigt
steil an und hat einen vergoldeten Rand. Der angesetzte Schaft ist aus
einem gekehlten, schlanken Baluster verziert mit langen, dünnen
Parallelrillen unter einem sehr großen, gedrückten Kugelbaluster
komponiert. Die Kuppa auf einer vergoldeten Ringscheibe ist
trichterförmig und hat einen Eisboden, der verwärmte Mündungsrand ist
beidseitig vergoldet, der Rand des Fußes hingegen nur auf der Oberseite.
Das Glas ist krank.
Robert Schmidt bildet 1914 in seinem Standardwerk zum Thema einen Kelch
ab, der vermutlich mit dem hier aufgeführten identisch ist. Der Kelch im
Kunstgewerbemuseum wurde im Jahr 1956, nach Rückführung der
kriegsbedingten Auslagerungen, unter einer neuen Inventarnummer
nachinventarisiert. Schmidt befindet, es sei "zwischen 1760 und 1770
entstanden [... und] im Gegensatz zu den früheren Arbeiten sehr schlecht
proportioniert". Weiter beurteilt er, der "Aufbau des Schafts mit dem
viel zu dicken facettierten Knauf lässt die feine Eleganz der Vorbilder
gänzlich vermissen. Die gute Zechliner Vergoldung ist zum Schmucke der
Ränder dieser Gläser herangezogen." An dieser Kritik lässt sich nicht
rütteln, hingegen liegt das Glas wunderbar in der Hand! Es hat damals
bereits "Haarrisse" aufgewiesen (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914,
S. 103 und 153). [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 29.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de