Deckelpokal mit Wappen derer von Rochow
Ident. Nr.: O-1982,82 a,b
ObjID: obj:900507
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1740-1745
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, vergoldet
- Abmessungen
- Höhe: 35,5 cmHöhe: 23,4 cm (Pokal)Durchmesser: 11,6 cm (Fuß)Durchmesser: 9,9 cm (Mündung)Höhe x Durchmesser: 13 x 11,1 cm (Deckel)Wandungsstärke: 0,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/900507
Objektbeschreibung
Pokal mit zugehörigem Deckel aus dickwandigem, farblosem, sehr reinem
Glas, ansteigender Fuß mit tiefgeschliffenem Rundbogenfries in drei
Stufen, der beschliffene Fußrand sowie die Rundbögen vergoldet.
Angesetzt ein massiver Schaft aus einem Rundbaluster über facettierter
Kehlung mit dreimal acht konzentrisch um eine zentrale Blase
eingestochenen Luftblasen, sowie einer zellenfacettierten
Trommelscheibe, diese ebenfalls vergoldet. Die leicht konkave Kuppa
wiederholt am Ansatz den Rundbogendekor vom Fuß. Die Wandung trägt ein
fein geschnittenes und vergoldetes Medaillon mit drei geblänkten
Schachrochen und reichem Rollwerk, ein Ziegenbock als Helmzier. Auf die
Gegenseite ist ein Spruch in Gold staffiert: Der vergangenen Zeiten süße
Erinnerung; / Der Jetzigen Sensiblen Empfindung; / A. E. v. R. / Der
zukünfftigen bessere Hoffnung. Der kräftig vergoldete Mündungs- sowie
der Deckelrand sind mit geblänkten Kugelborten dekoriert. Der Deckel,
innen mit Abrissnarbe, trägt ebenfalls den Rundbogendekor und ist mit
einem hohen Knauf versehen, der die Zierart des Schaftbalusters
aufgreift, Abschlussnodus mit vergoldeter Halbkugel.
Anhand des markanten Rundbogen-, des Luftblasendekors sowie seiner
vorzüglichen Vergoldung ist der Deckelpokal nach Zechlin zu verorten
(vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 36.3, 38.2+3). Das
Wappen lässt sich auflösen als das Wappen derer von Rochow, einer
kurmärkischen Adelsfamilie mit Sitz in der Nähe von Stendal. Das
Monogramm dürfte Adam Ernst II. von Rochow (1705–1759) meinen,
Gutsbesitzer Gutsherr auf Stülpe sowie Landrat des Kreises Luckenwalde.
Die Inschrift legt nahe, dass das Glas möglicherweise anlässlich dessen
zweiter Eheschließung mit Christiane Luise von Thümen (1721–1745)
entstand. Seine erste Frau und Cousine Johanna Catharina von Rochow
(1717–1740) gibt mit ihrem Tod den terminus post quem seiner Produktion
vor. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
verwahrt ebenfalls einen Deckelpokal auf ein Mitglied der Familie von
Rochow (Inv.-Nr. XIII 1023), die in der Frühen Neuzeit zu den
einflussreichsten Familien in der brandenburgischen Landschaft Zauche
gehörte. Dieser stammt noch aus der Potsdamer Hofglasmanufaktur. [Verena
Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 29.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de