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Silberschale mit Maroquin-Futteral

Ident. Nr.: F 3590

ObjID: obj:901101

Details (Expert)

Datierung
vor 1810
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge x Breite: 28,8 x 16,4 cm

Objektbeschreibung

Martin-Guillaume Biennais (1764–1843) war 1806 zum Hofgoldschmied Napoleons I. (reg. 1799/1804–1814/15) ernannt worden. Für den Kaiser hatte er neben Reise- und Tafelservice auch die Krönungsinsignien geschaffen.
Diese flache Schale aus vergoldetem Sterlingsilber (Vermeil) im Empirestil, einer französischen Sonderform des Klassizismus, schmückt ein reicher Fries mit Akanthusranken und Pfauen, Fackeln tragenden Genien und Girlanden tragenden Putten am Rand, der an den Langseiten von zwei Medaillons unterbrochen wird. Diese zeigen das Urteil des Paris und die drei Grazien. Die Mitte der Schale zieren, umgeben von einem Lorbeerkranz, die Initialen von Marie-Louise von Österreich (1791–1847).
Das dazugehörige Etui aus Maroquin (feines Ziegenleder) trägt das Monogramm von Marie-Louise mit der Erzherzogskrone. Vermutlich war die Silberschale ein Verlobungsgeschenk Napoleons an seine zweite Frau. STh

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa