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Geradehalter Korsett

Ident. Nr.: 2003,KR 790

ObjID: obj:901555

Details (Expert)

Datierung
um 1880
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: VL 35 cm
Länge: RL 38 cm

Objektbeschreibung

Das genähte Korsett mit erhöhtem Rücken hat eine kurze Taille mit tief gezogener vorderer Mitte. Es schließt vorn mit einem Mechanikverschluss und im Rücken mit einer Patentschnürung. Für die Hohlräume der Stäbe wurden Baumwollbänder aufgesteppt. Der Schulterbereich des Rückens ist vollversteift. Dort sind seitlich wattierte Träger angesetzt, die nach vorn um die Schulter herumgeführt werden, sich im Rücken überkreuzen und wieder nach vorn geführt und fixiert werden. Sie erzwingen eine vollkommen gerade Haltung. Den vorderen Rand des Korsetts ziert eine Maschinenspitze mit zweifachh durchzogenem mintfarbenem Seidenband. Der Katalog des Kaufhauses Wertheim offerierte 1903 ein ähnliches orthopädisches oder "Geradehalter Korsett für Damen". ChrW.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa