Flötenglas mit Monogramm FWR in einer Kartusche
Ident. Nr.: 1935,39
ObjID: obj:902625
Details (Expert)
- Beteiligte
- Ausführung: Königlich-Polnische Kurfürstlich-Sächsische Glasfabrique (Königliche Glashütte Dresden) (1699 - 1760),
Glashütte - Datierung
- Ausführung: 1727-1728
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe: 29,3 cmDurchmesser: 10,5 cm (Fuß)Wandstärke: 0,2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/902625
Objektbeschreibung
Flötenfragment aus farblosem Glas, breiter Scheibenfuß mit
mattgeschnittener Weinranke, angesetzt ein wabenfacettierter
Balusterschaft mit eingestochener Luftblase zwischen Ringscheiben und
eine sich konisch weitende, sehr hohe Kuppa. Deren Ansatz ist ebenfalls
wabenfacettiert, die Wandung zeigt das mattgeschnittene Monogramm von König
Friedrich Wilhelm I. in einem Medaillon, das seitlich von je einem Adler
gehalten wird, flankiert von zwei sich überkreuzenden Palmwedeln. Den
Mündungsrand ziert derselbe Weinrankendekor vom Fuß, darunter rechts vom
Monogramm die Inschrift: Redintegrata. Das Glas ist zerscherbt und
geklebt, ein großer Teil der Kuppa ist Verlust.
Robert Schmidt bildete diese Flöte 1914 in dem Band "Brandenburgische
Gläser" in noch intaktem Zustand ab und schrieb sie der Hofglashütte in
Potsdam zu. Zwar wies er auf die Verwandtschaft zu sächsischen Flöten
hin, folgerte jedoch fälschlich, sie seien in der preußischen
Residenzstadt als Geschenk an Kurfürst Friedrich August I. (1670–1733),
genannt August der Starke, entstanden. Das Weinlaub-Ornament ist für
Potsdam allerdings ebenso ungewöhnlich wie die Facettierung des
Kuppaansatzes und Deckelknaufs. Ein Vergleich mit Flöten, die sich
ehemals in Schloss Moritzburg befunden haben und bei Gisela Haase
publiziert sind beweist, dass es sich bei der Gruppe um Produkte aus
Dresden handelt (Haase, Sächsisches Glas, 1988, Kat. 182–201, S.
340–343). Sie weisen die charakteristischen Merkmale Dresdner
Flötengläser auf, den ornamentalen Schnittdekor an Fuß und Mündungsrand
sowie die „Muscheln“ am Ansatz der Kuppa. Schmidt zitiert die Inschrift
mit "Amicitia Redintegrata" (Wiederherstellen der Freundschaft).
Friedrich Wilhelm I. besuchte August den Starken in der sächsischen
Residenzstadt für einen ganzen Monat im Winter 1728, vom 13. Januar bis
12. Februar. Friedrich Wilhelm I. brachte von dieser Reise 77 Gläser der
Dresdner Hütte als Geschenk Augusts des Starken mit, darunter einige
Flöten (Maureen Cassidy-Geiger: Meissen Porcelain for Sophie Dorothea of
Prussia and the Exchange of Visits between the Kings of Poland and
Prussia in 1728, Metropolitan Museum Journal, Bd. 37, 2002, S. 133–166,
hier S. 150). Sehr wahrscheinlich gehörte dieses Glas zu dem Konvolut.
[Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 22.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de