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Elfenbeinkästchen mit Innenauskleidung

Ident. Nr.: K 3104

ObjID: obj:905052

Details (Expert)

Datierung
2. Hälfte 12. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9 x 14 x 8 cm

Objektbeschreibung

Das Kästchen zählt zu einer größere Gruppe von Behältnissen aus Elfenbein, deren Oberflächen nicht beschnitzt sind und die durch vergoldete Kupferbeschläge mit lanzettförmigen Enden zusammengehalten werden. Vermutlich entstanden diese Kästchen und Pyxiden im ausgehenden 12. und frühen 13. Jahrhundert in arabischen Werkstätten auf Sizilien. Viele von ihnen, ehemals vermutlich auch das hier vorgestllte Kästchen,besitzen vegetabile und figürliche Bemalungen, die in Schwarz und Gold ausgeführt sind und offenkundig in islamischen Traditionen stehen.
Derartige Elfenbeinkästchen wurden ursprünglich als edle Behältnisse für profane Verwendungszwecke gefertigt. Sie fanden seit dem 12. Jahrhundert vermutlich vor allem wegen ihres raren Materials und ihrer exotischen Herkunft vielfach Eingang in west- und mitteleuropäische Kirchenschätze, wo sie dann häufig als Reliquienbehälter dienten.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa