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Großer Gießlöwe aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,390

ObjID: obj:906135

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Jochim Worm (Meister 1536 - 1558),
Goldschmied*in
Datierung
1540
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 35 x 48 x 19,5 cm
Gewicht: 6395 g

Objektbeschreibung

Körper aus zweiteiliger Form, Vordertatzen und Hinterbeine mit Schenkeln gesondert gegossen. Sorgfältig ziseliert und, so das Fell, punziert. Wohl ehemals ganz vergoldet, am Hinterteil abgegriffen. Racheninneres rot und die Augen (in Resten) schwarz kalt bemalt. Marken auf der Innenseite des Eingußdeckels und auf der Rückseite des Wappens.
Den Rachen drohend geöffnet, die muskulösen Hinterbeine rückwärts in den Boden gestemmt und den Schwanz s-förmig nach oben geschlagen, erscheint das mächtige Tier in Angriffspose. Es faßt mit der rechten Pranke den Wappenschild des Stifters, hält im Maul ein sich gabelndes, in zwei Drachenköpfen endigendes Rohr und trägt auf dem Rücken einen zweibeinigen Drachen. Ein weiterer Drache ringelt sich an der linken Vorderpranke des Löwen. Über dem emaillierten Allianzwappen der Familien Stöterogge und Stoketo die Widmungsinschrift: D HARVIC(VS) STOTEROGGE P(RO)TH(O)CO(N)SVL INCLITO DEDIT SENATVI 1540 (Herr Bürgermeister Hartwig Stöterogge schenkte ihn dem berühmten Senat 1540).
Hartwig I Stöterogge war 1499 zum Bürgermeister von Lüneburg gewählt worden und starb 1539. Er war seit 1486 mit Margareta Stoketo verheiratet und Vater von Nikolaus I Stöterogge, der dem Rat den Jesse-Pokal (s. Inv. Nr.1874,381) schenkte. Der Gießlöwe wird bereits im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grott sulueren Louw thom dele vorguldet, so her Hartich Stoterogge ethwan Burgermester dem Rade gegeuen."

Letzte Aktualisierung: 13.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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