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Wappen des Sixtus Oelhafen

Ident. Nr.: K 7046

ObjID: obj:906442

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Augustin Hirsvogel (1503 - 1553),
Glasmaler*in
Datierung
gegen 1536
Geografische Bezüge
Abmessungen
Durchmesser: 23 cm

Objektbeschreibung

Das in leuchtenden Farben ausgeführte Medaillon zeigt vor rotem Strahlenkranz und von einer gelben Rahmenbordüre mit Ranken und stilisierten Blüten umschlossen das Wappen der Oelhafen. Die Familie entstammte einem Zürcher Stadtgeschlecht, das sich im 14. und 15. Jahrhundert nach Nördlingen, Lauingen, Leipzig und Breslau verbreitete, 1546 den kaiserlichen Wappen- oder Adelsbrief erhielt, jedoch erst 1729 ratsfähig wurde.Ihr bedeutendstes Mitglied war der in Nördlingen geborene Sixtus Oelhafen (um 1456–1539), der als oberster Sekretär gleich drei Kaisern diente – Kaiser Friedrich III., Maximilian I. und Karl V. Sixtus Oelhafen ließ sich 1499 in Nürnberg nieder, erwarb 1519 das Bürgerrecht und wurde im gleichen Jahr Genannter des Größeren Rats. Sein Dienst beim Kaiser brachte ihm den Ruf eines geschickten Politikers ein, der sein diplomatisches
Talent auch zum Nutzen der Reichsstädte einsetzte und allseits geachtet wurde. Kaiser Friedrich hatte ihn bereits im Jahr 1489 durch die Vermehrung und Verbesserung seines Wappens ausgezeichnet, das ursprünglich nur einen gelben dreibeinigen Kessel mit Henkel zwischen zwei geschlossenen blauen Hörnern zeigte, der seitdem jedoch wie hier in Blau von einem nach rechts steigenden gelben Löwen getragen wird.
Die meisterliche Zeichnung des Löwen verrät ebenso wie das fein ziselierte und ohne Schablone aus dem Halbton radierte Rankenwerk die Hand des Augustin Hirsvogel (vgl. Inv. Nr. K 7022 und K 7197). Verwandte Tier- und Rankenmotive begegnen immer wieder in seinen Stichen. An der geschweiften und gezackten Form des Schildes, dem Blattwerk auf dessen Oberkante und an dem stilisierten Pflanzenornament der Rahmenbordüre
zeigt sich seine Hinwendung zur Frührenaissance. Wie in der Werkstatt seines Vaters, Veit Hirsvogel d.Ä., üblich, versah er die roten Gläser mit eingeritztem Brandzeichen, hier einem J. Das kleine Medaillon dürfte noch in seiner Nürnberger Zeit entstanden sein, mithin vor 1536. CVMA 98782

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rote Kasel mit den Wappen des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg (1490-1545)

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Die Kasel im Zuschnitt des 18. Jahrhunderts mit rundem Halsausschnitt und Schlitz ist aus rotem, broschiertem Seidendamast gefertigt und mit nicht zusammengehörigen Besätzen, einem Stab auf der Vorderseite und einem Kreuz auf der Rückseite, geschmückt. Im Zuge der Anpassung an die Form des 18. Jahrhunderts ist die Kasel gekürzt und ringsum mit einer schmalen gelben Seidenborte eingefasst worden. Eine etwas breitere, ähnliche Borte dient als Einfassung von Kreuz und Stab. Zwei unter den Kreuzarmen applizierte runde Wappenschilde weisen die Kasel als eine Stiftung Albrechts von Brandenburg aus. Die Wappen: In einem Kranz aus ineinander geschlungenen Ranken sind rechts die Wappen von Brandenburg (roter Adler), Stettin (roter Greif) und Zollern( Schwarz/Silber geviert) vereint. Die linke Wappenkombination verweist auf die geistlichen Herrschaften des Erzbischofs: Mainz (sechsspeichiges Rad), Magdeburg (Rot/Silber quergeteilt) und Halberstadt (Rot/Silber längsgespalten). Ein Samtbehang im Domschatz von Halberstadt zeigt ebenfalls runde, von Ranken gerahmte Wappen, allerdings steht hier bei den Wappen der geistlichen Herrschaften jenes von Halberstadft an erster Stelle. Dies belegt, dass dieser Behang eine Stiftung Albrechts an Halberstadt war. In Berlin hingegen besetzt das Mainzer Rad die erste Stelle, wodurch die Stiftung für Mainz gesichert ist. Albrecht von Brandenburg war seit 1513 Erzbischof von Magdeburg sowie Administrator des Bistums von Halberstadt und ab 1514 Erzbischof und Kurfürst von Mainz. 1518 erfolgte die Erhebung Albrechts zum Kardinal. Ab diesem Zeitpunkt wurden seine Wappen mit dem Kardinalshut versehen. Dieser fehlt auf unserer Kasel. So dürfen wir annehmen, dass die Stiftung der Kasel zwischen 1514 und 1518 erfolgt. Das Gewebe:Das Muster des prunkvollen Seidengewebes zeigt siebenfach geschweifte Rosetten, darin Granatapfelmotive in einem Blatt- und Blütenkranz. Jede Rosette ist mit Blüten besetzt und wird von einer dreifachen Granatapfelblüte bekrönt. Kielbögen aus abgetreppten Ranken stellen die Verbindung zur darüber angeordneten Rosette her. Zwischen den Kielbögen sitzen Varianten der Granatapfelmotive. Alte Knicke, Brüche und die gestückelte Vorderseite belegen, dass der Damast in Zweitverwendung verarbeitet wurde.Kaselkreuz:Das in der Länge beschnittene Kaselkreuz auf der Rückseite zeigt vor goldfarbenem Grund Christus am Kreuz mit den Trauernden Maria, Johannes Evangelista und darunter Maria Magdalena, die den Kreuzstamm umarmt. Über dem Kruzifixus schwebt in einem Wolkenband segnend Gottvater mit einer Weltkugel, in den Kreuzbalken die Apostel Petrus und Paulus mit ihren Attributen. Der bis nach unten durchgeführte Stamm verbindet die Kreuzigungsszene mit der Darstellung der trauernden Maria Magdalena. Kaselkreuze mit nahezu identischer Ikonographie, doch unterschiedlicher stilistischer und materieller Ausführung sind zahlreich erhalten und bezeugen die weite Verbreitung dieses Typus vom Mittelrhein bis nach Mittel- und Süddeutschland. Kaselstab:Der Stab zeigt in Spiralsonnenrahmen zwei untereinander angeordnete männliche Heilige. Ihre hochrechteckige Form lässt vermuten, dass es sich um ehemalige Besätze eines Chormantels handelt, die durch die Spiralsonnen zur passenden Breite ergänzt wurden. Die Figuren wurden direkt auf den Leinengrund gestickt, ihr schlechter Erhaltungszustand erlaubt keine Zuordnung. Ein schmales rotes Seidenbändchen trennt die Darstellungen. Beide Heilige stehen auf Rasenstücken sowie drei ovalen, grünen Blättern, die die Standfläche hervorheben. Ähnliche goldgerahmte Spitzblätter vor ehemals rotem Fond umgeben den unteren Heiligen, während der obere Heilige von Ranken mit fünfblättrigen Rosenblüten hinter fangen wird.Provenienz:Die Kasel wurde vor 1888 auf Anordnung des Kronprinzen Friedrich III aus der katholischen Kirche zu Weinolsheim, Rheinhessen für das Hohenzollernmuseum in Berlin erworben. Ehemals zugehörig waren: Stola, Manipel, Velum und Bursa. Einzig das Velum ist heute noch erhalten, alle anderen Teile müssen als Kriegsverlust gewertet werden. CWVeröffentlicht in: Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740. Ausstellungskatalog Berlin 2017. Hrsg: Mathis Leibetseder.