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Dreiteiliger Herrenanzug

Ident. Nr.: 2003,KR 100 a-c

ObjID: obj:906583

Details (Expert)

Datierung
um 1765
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Abmessungen
Länge: Rock VL./RL. 104 cm; Weste: VL./R. 76 cm cm
Länge: Hose VL/RL 59 cm

Objektbeschreibung

Seidengewebe mit kleinteiligem Musterrapport, die sogenannten "droguets", waren um 1760 ein beliebtes Material für elegante Herrenanzüge, denn ihr Musterverlauf musste beim Zuschnitt der zahlreichen Anzugteile nicht berücksichtigt werden. Bei diesem Droguet stehen vor dem lachsfarbenen Gund geschwungene weiße Blättchen, die ein rautenförmiges Muster bilden, das jeweils kleine blaue Blüten enthält. Der Rock hat einen kurzen Stehkragen, leicht zurück geschnittene Schöße und lange, mäßig weite Ärmel mit anliegenden Manschetten. Die kragenlose, noch verhältnismäßig lange Weste mit langen Ärmeln ist vollständig aus dem Oberstoff gefertigt. Die Kniebundhose hat einen Schlitzverschluss und schließt unterhalb der Knie mit vier Knöpfen und einer Schnalle. Eine Garnitur von 24 aufwändig mit Silberlahn bezogenen Knöpfen bildet den einzigen Schmuck des Rocks. Alle Knopflöcher sind mit feinsten Stichen umstochen und heben sich kaum vom Muster ab.ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Schlafende Venus mit Cupido

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Die schlafende Venus liegt halb aufgerichtet auf einer Bettstatt mit goldroter Decke. Über ihr Knie klettert schlaftrunken ein Cupido mit goldenen Flügeln. Am oberen Bildrand ziehen fliegende Putten ein goldgrünes Tuch wie einen Baldachin über das Bett, links daneben hängt ein vergoldeter Vogelkäfig. Die surreal erscheinende Szene spielt in einer reich gegliederten, sich im Hintergrund zu einer Landschaft öffnenden Bogenarchitektur. Umgeben ist die Liebesgöttin von manieristischen Skulpturen, kunstvollem Mobiliar, konzertanten Musikinstrumenten und kostbarem Hausrat. Alles erscheint zu einem bedeutungsgeladenen Stillleben verdichtet, ist weniger Abbild denn Sinnbild und Anregung zu philosophischer Betrachtung.An der Rückseite befindet sich eine Aufschrift, die den auf Hinterglasmalereien spezialisierten Zürcher Hans Jacob Sprüngli (um 1599–1637) und den Winterthurer Glasmaler Hans Jegli (1579–1643) als Schöpfer des Werkes nennt. Sie verwendeten verschiedene Methoden des Amelierens: Auf das Glas aufgebrachte Blattvergoldungen wurden fein ausradiert, mit farbigen Lacken hintermalt und mit Zinnfolien hinterlegt. Andere Partien wurden in durchscheinend aufgetragenen Ölfarben ausgeführt, wobei „rückwärts“ gemalt und die hellsten Lichter und tiefsten Schatten zuerst gesetzt wurden. Auch „trügerische Hinterglasmalerei“ wurde angewendet, so ist die Figur der Venus in herkömmlicher Weise auf Pergament gemalt, ausgeschnitten und auf das Glas appliziert worden.Ebenso wie das vielschichtige Bildprogramm sollte auch die komplizierte technische Ausführung Anlass zu vertiefter Beschäftigung mit dem Gemälde bieten. Ganz in diesem Sinne ist die als Teil der Signatur auf die Rückseite geschriebene Künstlerdevise zu verstehen: „ist EE feracht / Dan gemacht“ („ist eher veracht[et] als gemacht“). LL