Logo

Deckelpokal mit Blumen und Insekten

Ident. Nr.: O-1982,81 a,b

ObjID: obj:908871

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
Ausführung: 1730-1735
Geografische Bezüge
Material / Technik
farbloses Glas, Schnitt, Schliff
Abmessungen
Höhe: 30,7 cm
Höhe: 20,5 cm (Pokal)
Durchmesser: Fuß 11,8 cm
Durchmesser: Kuppa 10,7 cm
Durchmesser: 11,8 cm (Fuß)
Durchmesser: 10,5 cm (Mündung)
Höhe x Durchmesser: 11,9 x 11,7 cm (Deckel)
Wandungsstärke: 0,5 cm

Objektbeschreibung

Trichterförmiger Pokal mit zugehörigem Deckel aus dickwandigem, sehr reinem, farblosem Glas, Abriss auf dem Fuß ein Kranz aus Rundbogenfacetten, die sich auf dem massiven Schaft bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung in feinem Tiefschnitt mit großformatigen, naturalistischen Blumen dekoriert, darunter Tulpe, Nelke und Sonnenblume, zudem Fluginsekten wie Mücke und Fliege sowie eine Raupe. Den plangeschliffenen Mündungsrand ziert ein polierter Perlfries, ebenso korrespondierend den Deckelrand. Auf der ansteigenden Schulter des Deckels sind dieselben Blumen abgebildet, der Übergang zum gekehlten, mit polierten Kugelungen und Facetten versehenen Massivbalusterknauf ist mit einem geschliffenen Rundbogenfacettenkranz geschmückt. Der stilistische Vergleich mit zwei vergoldeten Flötengläsern bestätigt eine Zuschreibung dieses qualitätsvollen Glases an die Potsdamer Hütte in die Jahre 1730 bis 1735 (Schade, Das deutsche Glas, 1958, Kat. 70; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nr. XIII 862). Die Darstellung von Blumen hat symbolischen Charakter: Die Tulpe sowie die Nelke stehen für Liebe, die Sonnenblume für Lebensfreude. Die Insekten hingegen verweisen auf deren Vergänglichkeit. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

Ovale Bildplatte mit Blaumalerei. Dargestellt ist der Evangelist Markus, als bärtiger Mann, im Dreiviertelporträt. Er stützt seinen Kopf in die Linke, in der Rechten hält er ein Buch, sein Testament, in dem er liest. An seiner linken Seite erscheint sein Attribut, ein geflügelter Löwe. Am linken Rand der Platte ist ein Baum dargestellt, im Vordergrund Graswerk. Am Rand acht Ornamentmotive. Über der Figur der Schriftzug "St. MARCUS".Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befinden sich insgesamt vier Evangelistenplatten (Inv. Nr. K 1571-1574). Zwei weitere, stilistisch verwandte Bildplatten im Bestand zeigen Porträts von zweien der drei Gründer der Nürnberger Fayencemanufaktur, Johann Conrad Romedi und Christoph Marx (Inv. Nr. K 1569 und K 1570), beide rückseitig in einer Inschrift von Georg Michael Tauber signiert und 1720 datiert - daher die Zuschreibung auch der Evangelistenplatten an Tauber. Während der deutsch-deutschen Teilung befanden sich die beiden Platten mit den Porträts der Firmengründer im Kunstgewerbemuseum Berlin-West und die vier Platten mit den Evangelisten im Kunstgewerbemuseum Berlin-Ost. Heute sind alle sechs Bildplatten in Schloss Köpenick, der Dependance des Berliner Kunstgewerbemuseum, gemeinsam ausgestellt. Evangelistenplatten (rechteckige) gehörten auch zum Repertoire der Dorotheenthaler Fayencemanufaktur. Möglicherweise lagen dieselben Stichvorlagen zugrunde.Lit.: Katalog KGM (Köpenick) 1988, S. 92, Text von Christiane Keisch; Silvia Glaser: Nürnberger Fayencen. Bestandskatalog GNM Nürnberg, 2017, S. 35f. (Abb. der Platten mit den Gründerporträts, Inv. Nr. K 1569, K 1570).ClKa

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

Großes Handfass mit vasenförmigem Körper auf hochgewölbtem Glockenfuß. An den Seiten über weiblichen Maskarons zwei gedrehte Schlaufenhenkel. Der Zapfhahn unter einer Muschel als Maske mit Ausgussrohr. Am Hals des Gefäßes Scheibe mit dem kurbrandenburgischen Wappen zwischen zwei „Wilden Männern“. Zugehörig zur Wanne Inv. Nr. S 513, in welcher das Handfass hier steht.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. LL