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Ovale Schale mit Darstellung der Vision des Johannes

Ident. Nr.: K 5048

ObjID: obj:908888

Details (Expert)

Datierung
1551/1575
Material / Technik
—

Objektbeschreibung

Dichtes manganviolettes Grundemail, mehrstufige Lavierungen, Konturen und Binnenzeichnung in enlevage-Technik. Das Inkarnat der Figuren in kräftig roten, Lasuren und mit Rotschraffuren akzentuiert.
Im Mittelgrund Gottvater, zu seiner Seite die Evangelistensymbole, über ihm, dem Text der Apokalypse folgend, die sieben Fackeln seines Geistes. Ein gehörntes Lamm zu seiner Rechten, Sinnbild Christi des Erlösers, wird das Siegel des Buches brechen. Umgeben ist diese Gruppe von den 24 Ältesten des Stammes Israel auf einem Wolkenkranz, vorn links, dem Betrachter zugewandt, sitzt der Evangelist Johannes, Autor der Apokalypse, des letzten Buches des Neuen Testaments, und weist mit dem Finger auf das zentrale Geschehen.
Die Darstellung geht zurück auf Dürers Holzschnitt aus dem Jahre 1498 (B 63), der verschiedentlich abgewandelt wurde, so auch in der bei Jean de Tournes in Lyon 1556 erschienenen Bibel, deren Holzschnitt-Illustration Bernard Salomons die Grundlage des Emailleurs gewesen sein dürfte. Die Darstellung der Rückseite läßt sich mit einem Stich von Hieronymus Cock in Verbindung bringen.

Letzte Aktualisierung: 01.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Schlafende Venus mit Cupido

Schlafende Venus mit Cupido

Die schlafende Venus liegt halb aufgerichtet auf einer Bettstatt mit goldroter Decke. Über ihr Knie klettert schlaftrunken ein Cupido mit goldenen Flügeln. Am oberen Bildrand ziehen fliegende Putten ein goldgrünes Tuch wie einen Baldachin über das Bett, links daneben hängt ein vergoldeter Vogelkäfig. Die surreal erscheinende Szene spielt in einer reich gegliederten, sich im Hintergrund zu einer Landschaft öffnenden Bogenarchitektur. Umgeben ist die Liebesgöttin von manieristischen Skulpturen, kunstvollem Mobiliar, konzertanten Musikinstrumenten und kostbarem Hausrat. Alles erscheint zu einem bedeutungsgeladenen Stillleben verdichtet, ist weniger Abbild denn Sinnbild und Anregung zu philosophischer Betrachtung.An der Rückseite befindet sich eine Aufschrift, die den auf Hinterglasmalereien spezialisierten Zürcher Hans Jacob Sprüngli (um 1599–1637) und den Winterthurer Glasmaler Hans Jegli (1579–1643) als Schöpfer des Werkes nennt. Sie verwendeten verschiedene Methoden des Amelierens: Auf das Glas aufgebrachte Blattvergoldungen wurden fein ausradiert, mit farbigen Lacken hintermalt und mit Zinnfolien hinterlegt. Andere Partien wurden in durchscheinend aufgetragenen Ölfarben ausgeführt, wobei „rückwärts“ gemalt und die hellsten Lichter und tiefsten Schatten zuerst gesetzt wurden. Auch „trügerische Hinterglasmalerei“ wurde angewendet, so ist die Figur der Venus in herkömmlicher Weise auf Pergament gemalt, ausgeschnitten und auf das Glas appliziert worden.Ebenso wie das vielschichtige Bildprogramm sollte auch die komplizierte technische Ausführung Anlass zu vertiefter Beschäftigung mit dem Gemälde bieten. Ganz in diesem Sinne ist die als Teil der Signatur auf die Rückseite geschriebene Künstlerdevise zu verstehen: „ist EE feracht / Dan gemacht“ („ist eher veracht[et] als gemacht“). LL