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Tanzendes Bauernpaar

Ident. Nr.: KdZ 4243

ObjID: obj:947396

Details (Expert)

Beteiligte
Urs Graf (der Ältere) (um 1485),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1525
Systematik/Art
Provenienz
John Charles Robinson (1824-1913),
160001
Material / Technik
Feder in Schwarz
Abmessungen
Höhe x Breite: 21,1 x 15,7 cm

Objektbeschreibung

Elf Blatt einer Folge von Zeichnungen Grafs, der zu den wichtigsten Schweizer Künstlern der Renaissance zählt, mit tanzenden Bauernpaaren und Musikanten sind erhalten. 1514 von Dürer im Kupferstich dargestellt, wurde das Thema durch viele Künstler immer wieder aufgegriffen. Auch Grafs Folge war vermutlich für eine Wiedergabe im Druck geplant; die Nadelstiche entlang den Hauptlinien unseres Blattes lassen auf eine Übertragung auf den Holzstock schließen, doch ist kein Abdruck irgendeiner Darstellung der Folge bekannt.
Begeisterte Dürer sich für die Dynamik der schweren Körper und ließ kein Detail der Kleidung aus, so reduziert Graf in der Vorwegnahme des Druckmediums seine Zeichnung auf die allgemeinste Angabe von Licht und Schatten, so daß die gezeichnete Linie (in Monogramm, Datum und der nach vorn ausschwingenden Bodenschraffur buchstäblich) in den Vordergrund tritt. Weniger wie lebendige Figuren, als wie eine kleinplastische Gruppe erscheint das tanzende Paar, ein Effekt zu dem die zweifache Rückenansicht und die pyramidale Komposition beitragen.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 133, Kat. III.58 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 06.11.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Fragment einer großformatigen, triptychonartigen Radierplatte aus dem Jahre 1900, von der sich die Künstlerin nachträglich distanzierte und die von ihr deshalb auseinandergeschnitten wurde. Nur der linke Teil mit der realistischen Arbeiterfamilie hatte vor ihren eigenen Augen auch noch in späteren Jahren Bestand, während sie die Hauptdarstellung in der Mitte und die rechte Randszene aufgrund ihrer symbolischen Überfrachtung als "fatal" verwarf. Die unzerschnittene Platte variiert das Themades nicht in den Zyklus aufgenommenen Schlußblattes zu "Ein Weberaufstand":"Aus vielen Wunden blutest du, oh Volk" [#vgl. Ident. Nrn. 658-1912, AM 383-1971]. Während sich der Mittelteil auf beiden Radierungen gleicht, wurden die Seitenfiguren im späteren Werk durch zwei Szenen ersetzt. An Hand der Themen Selbstmord und Prostitution schildern sie die ausweglose Situation des Proletariats. Für die vermutlich durch Arbeitslosigkeit ins Elend gestürzte Familie links bietet sich als Ausweg nur der Strick. Das Triptychon sollte ursprünglich den Titel "Das Leben" tragen und wohl so etwas wie eine allegorische Gesamtschau auf die Lebensbedingungen des Proletariates geben. Der Druck gehört zu den wenigen von [Otto] Felsing gedruckten Exemplaren, die den Ausgaben des Verlags E. A. Seemann, Leipzig, vorausgingen.(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 76, Kat.-Nr. 80)2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.