L‘Élue du mal
Ident. Nr.: B 893
ObjID: obj:958404
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1928
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: L‘Élue du malDie Erwählte des BösenÜbersetzung: The Evil Elect
- Provenienz
- Aram D. Mouradian, Paris,
wohl 1930er Jahre - 1967Kommission: Ruth Salzmann, Paris,
1967Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1967–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 197,5 x 301 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958404
Objektbeschreibung
Mit seinem Umzug vom Rheinland nach Paris 1922 wandte sich Ernst, Mitbegründer der Kölner Dada-Gruppe, dem Surrealismus zu. Rätselhafte Figuren, bizarre Kompositionen und traumartige Landschaften bestimmten nun seine Werke, in denen er inhaltlich wie formal mit dem Prinzip der Collage arbeitete. Auch in das großformatige Ölgemälde „Die Erwählte des Bösen“ fand die Idee der Collage Eingang. Ein wunderliches grünes Wesen – Hybrid aus Vogel, Pflanze und mechanischem Gerät – schwebt am dunkelblauen Himmel. Aus seinem taubenartigen Körper mit ausgebreiteten Flügeln, der auf die christliche Symbolfigur des Heiligen Geistes anspielt, wächst ein Januskopf mit Vexiereffekt: links ein Entchen, rechts ein Pelikan, zusammen ein Ungeheuer mit Nilpferdfratze. Das „dreifaltige“ Monster wirkt verschmitzt und viel weniger böse, als der Titel suggeriert. Mit diesem bezog sich Ernst auf Charles Baudelaires „Blumen des Bösen“ (um 1860) – Gedichte über den Weltschmerz des Großstadtmenschen im Zwiespalt zwischen hässlichen Dunkelmächten und dem Christlich-Tugendhaften („spleen et idéal“). Eine französische Ausgabe des Buches von 1900 trägt eine Titelillustration von Carlos Schwabe: ein Hybridgewächs aus Distel und fleischfressender Pflanze. Ernst vereinte Baudelaires Thematik und Schwabes Bildvorlage mit dem Motivkreis seiner 1927 begonnenen Vogelbildserie. | Christina Thomson
Letzte Aktualisierung: 29.04.2026
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