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C Figur mit vier Schrauben

Ident. Nr.: NG 2/76

ObjID: obj:958487

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Luginbühl (1929 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1960-1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: C Figur mit vier Schrauben
Übersetzung: C Figure with Four Bolts
Material / Technik
Eisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 82 x 51 x 42 cm
Erwerbung
1976 Schenkung des Künstlers zur 'Donation Haftmann'

Objektbeschreibung

Die „C-Figur mit 4 Schrauben“ gehört zur Serie der „C-Volumen“, einer Gruppe von Skulpturen, die Luginbühl ab 1958 aus Eisen fertigte. Diese Arbeiten sind typisch für den stilistischen Übergang von figurativen Formen zu abstrakten Kompositionen, die Luginbühls Schaffen besonders der 1950er- und 1960er-Jahre dominierten. Die Plastik besteht aus mehrfach abgewinkelten Eisenbändern, die aus einer einzigen Platte herausgeschnitten und montiert wurden. Sie formen ein Gerüst, das den Raum unter dem Eisenkubus dynamisch umschließt. Charakteristisch für Luginbühl sind die Spannung zwischen offenen und geschlossenen Formen und der betonte Gegensatz von tragenden und lastenden Elementen. Die vier Schrauben verstärken den Eindruck eines willkürlich herbeigeführten Zusammenhalts, auch dies ein wiederkehrendes Merkmal der Arbeit des Künstlers. Der Titel „C Figur mit 4 Schrauben“ ist, wie bei vielen von Luginbühls frühen Werken, eine bewusst nüchterne und beschreibende Bezeichnung. In seinem Umgang mit dem Material konzentriert er sich nicht nur auf die Formgebung, sondern arbeitet mit den dem Eisen inhärenten Eigenschaften wie Schwere und Widerstandsfähigkeit. Die Figur ist exemplarisch für das Zusammenspiel von Material und Raum, das Luginbühl in vielen seiner Eisenplastiken erforschte. Das Werk gelangte 1976 als Geschenk des Künstlers im Rahmen der „Donation Haftmann“ in die Sammlung der Neuen Nationalgalerie. | Sofía Pérez Knapheide

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson