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Matrose

Ident. Nr.: A IV 177

ObjID: obj:958494

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Frankenstein (1918 - 2010),
Künstler*in
Datierung
1965/1966
Weitere Titel
Sammlungstitel: Matrose
Übersetzung: Sailor
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 70 cm
Erwerbung
1968 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Die Identität des dargestellten Matrosen ist unbekannt. Der junge Mann sitzt in seiner Uniform zurückgelehnt, es ist ein Moment der Entspannung. Sein Gesichtsausdruck strahlt Ruhe aus. Frankenstein hat im dunklen Hintergrund Farben des Halstuchs übernommen, während die dunklen Stellen am weißen Hemd suggerieren, dass er im Halbschatten sitzt. Die leicht impressionistische Farbgestaltung findet sich auch in Frankensteins „Bildnis Ludwig Renn“ von 1959 (A IV 86), wo das Grün des Vorhangs sich stellenweise im Pullover und an der Heizung wiederfindet. Diese Behandlung der Farbe scheint auf den ersten Blick den Maximen des Sozialistischen Realismus zu widersprechen, deren überzeugter Verfechter Frankenstein indessen war. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson