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Supraporte

Ident. Nr.: B III 303 b

ObjID: obj:958506

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Albiker (1878 - 1961),
Künstler*in
Datierung
1914
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1961
Nachlass/Vermächtnis: Carl Albiker, Ettlingen,
1961–1989
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 104,5 x 4 cm
Erwerbung
1989 Schenkung von Carl Albiker, dem Sohn des Künstlers, Ettlingen

Objektbeschreibung

Für ein Musikzimmer des Architekten und Designers Richard Riemerschmid schuf Albiker 1914 unter anderem zwei Supraporten. Die beiden motivisch stark verwandten Gipsreliefs sollten in Holz ausgeführt werden (Karl Albiker-Werkbuch, Karlsruhe 1978, S. 43). Formal schließen die dargestellten je drei Frauengestalten in Blattranken mit ihren weichen Formen und fließenden, tänzerischen Bewegungen an Albikers Einzelfiguren jener Zeit an. Mit der Kombination von nackter, biegsamer Körperlichkeit und vegetabilen Elementen stehen die Supraporten dem Jugendstil nahe. Während eine von ihnen (B III 303 a) drei Figuren in stärker variierter Bewegung zeigt (die mittlere im Kniestand, die linke als halb gedrehten Rückenakt, die rechte halb kniend, halb sich hinstreckend), sind auf der anderen (B III 303 b) alle drei Frauen frontal in leichter Drehung zu sehen, jeweils auf angewinkelten Knien sitzend, mit unterschiedlich stark geneigten Köpfen. Die Gestaltung orientierte sich, wie beim Giebelrelief für Karlsruhe (B III 302), an den figürlichen Reliefszenen des Küchlin-Varieté-Theaters in Basel, die Albiker mit Max Laeuger 1912 entworfen hatte. In Albikers Arbeiten für öffentliche Bauten füllen die Figuren die vorhandene Fläche des Reliefs in ihrer bewegten Haltung meist vollkommen aus, manchmal scheinen sie sogar den Rahmen zu sprengen. Gerade aus der Ferne entwickeln sie eine starke Dynamik, da die Figuren sehr plastisch aus dem Grund hervortreten. Sie sind „ständig in Bewegung und für den, der von Ferne zusieht, doch ein einziger, geschlossener Eindruck: ein steingewordenes Meer“ (Georg Jacob Wolf, Karl Albiker, in: Die Kunst, 35. Jg. [1916/1917], S. 40). | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson