Häuser am Kanal
Ident. Nr.: A IV 292
ObjID: obj:958510
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1912
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Häuser am KanalÜbersetzung: Houses by the Canal
- Provenienz
- Kurt Schmidt, Chemnitz,
381719Hildegard Schmidt, Karl-Marx-Stadt,
1974 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 74 x 102 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958510
Objektbeschreibung
Die Darstellung zeigt nach der Erinnerung Schmidt-Rottluffs (Gerhard Wietek, Schmidt-Rottluff. Oldenburger Jahre 1907–1912, Mainz 1995, S. 546) einen Wasserlauf in Oldenburg, der damaligen Residenzstadt des Großherzogtums Oldenburg. Der Maler kam von 1907 bis 1912 auf dem Weg zu seinen Sommerquartieren in und bei Dangast durch die Stadt, und während dieser Jahre waren zahlreiche kleine Ausstellungen von ihm dort zu sehen. Durch das Fehlen organischer Naturformen (Bäume, Büsche) dominieren in „Häuser am Kanal“ die geometrischen Kuben der Gebäude. Sie wirken blockhaft, sind aber zugleich seltsam gegeneinander verschoben. Die Spiegelung der vielfarbigen, am Ufer stehenden Gebäude im Wasser des Kanals verstärkt den Eindruck kristalliner Kantigkeit. Einflüsse des französischen Kubismus, insbesondere des neu entdeckten und bewunderten Werkes von Pablo Picasso, scheinen hier wirksam gewesen zu sein. Schmidt-Rottluff stellte das Bild 1922 in der Berliner Galerie Ferdinand Möller aus. Paul Westheim betonte in seiner Rezension in der „Frankfurter Zeitung“ die durch die Spiegelung entstandene liegende Kreuzform in Gelb, die der Maler herausgearbeitet habe (Expressionisten. Die Avantgarde in Deutschland 1905–1920, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin [Ost], 1986, S. 261). Carl Einstein, der in jenem Jahr mit der Niederschrift eines Buches zur Kunst des 20. Jahrhunderts begann, wird diese Ausstellung in Berlin ebenfalls gesehen haben. In dem 1926 erstmals erschienenen Werk liest man über Schmidt-Rottluffs Malerei: „[M]an monumentet etwas klötzern, doch streng und ehrlich“ (Carl Einstein, Die Kunst des 20. Jahrhunderts, Leipzig 1988, S. 230). | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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