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Gestütsgarten

Ident. Nr.: A IV 115

ObjID: obj:958602

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Harald Metzkes (1929 - 2026),
Künstler*in
Datierung
1961
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gestütsgarten
Übersetzung: Garden at a Stud Farm
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 130 cm
Erwerbung
1967 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Das Gemälde entstand später als das ebenfalls 1961 datierte Bild „Modellpause“ (A IV 347) und stellt ein Motiv in Bautzen dar. Metzkes, seit 1958 freischaffend in Berlin arbeitend, konnte beide Werke in seiner ersten Einzelausstellung 1963 in Berlin-Weißensee zeigen. Auch das Bild „Gestütsgarten“ steht stilistisch am Beginn seiner Beschäftigung mit dem Werk Paul Cézannes. Noch ist die Bindung an Gegenstandsfarbe und Zentralperspektive gesetzt. Besonders der Vordergrund des Bildes im scheinbar beiläufigen Blick über ein sehr reduziertes Stillleben belegt dies. Doch der zunehmend diffuse Hintergrund, der in blättertrunkenem grünen Licht erscheint, dessen Reflex sich auf einen Schimmel legt, deutet bereits auf einen freier werdenden Umgang mit der Farbe, die wir in diesem Gegensatz zwischen Nähe und Ferne auch als eine tastende Darstellung atmosphärischer Phänomene erleben. | Jörg Makarinus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson