Logo

Strand bei Prerow

Ident. Nr.: A IV 618

ObjID: obj:958691

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Liebknecht (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Strand bei Prerow
Originaltitel: Plage près de Prerow
Übersetzung: Beach near Prerow
Originaltitel: Plage du Mecklembourg
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1985
Ministerium für Kultur der DDR, Abteilung Bildende Kunst, Berlin,
1985–1989
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 52 x 72 cm
Erwerbung
1985 Ankauf des Ministeriums für Kultur mit Mitteln des Kulturfonds der DDR und 1989 der Nationalgalerie übergeben.

Objektbeschreibung

Verlassene Strandkörbe an einem stürmischen Tag am Strand des Ostseebades Prerow auf dem Darß boten Liebknecht die Vorlage für ein farbfunkelndes, bewegtes Bild in impressionistischer Manier, ein heiteres Ferienbild im Vergleich zu den Berliner Ansichten (vgl. etwa „Straße in Berlin“, A IV 615). 1926/1927 hatte der Maler für mehrere Monate Urlaub von der Dresdner Kunstakademie genommen, um in Frankreich – in Paris und in Cagnes-sur-Mer – Kunst und Landschaft zu studieren. Der durch seinen Lehrer Robert Sterl geprägte Spätimpressionismus wurde dort glänzender und bewegter. Auf diese Tradition griff Liebknecht hier zurück und sollte es später, im Pariser Exil, erneut tun. Seine erste Museumsausstellung erhielt Liebknecht 1958 in der Nationalgalerie (Ost). Schon zuvor, 1955, hatte deren Direktor, Ludwig Justi, die 1954 entstandene leuchtende Ansicht einer „Straße in Paris“ erworben (A III 421). Er hätte gut auch den „Strand bei Prerow“ wählen können, um an die verlorene Moderne neu anzuknüpfen. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson