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Berliner Norden

Ident. Nr.: A IV 614

ObjID: obj:958726

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Liebknecht (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Berliner Norden
Originaltitel: Banlieue de Berlin
Übersetzung: In the North of Berlin
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1985
Ministerium für Kultur der DDR, Abteilung Bildende Kunst, Berlin,
1985–1989
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 51,5 x 71,5 cm
Erwerbung
1985 Ankauf des Ministeriums für Kultur mit Mitteln des Kulturfonds der DDR und 1989 der Nationalgalerie übergeben.

Objektbeschreibung

Liebknecht lebte und arbeitete seit 1930 als freier Maler in Berlin. Zu seinem Lebensunterhalt leitete er Kurse in Kunsterziehung an der Volkshochschule in Neukölln. Die Dresdner Ausbildung wie die vorherige in Berlin an der Lewin-Funcke-Malschule und bei Hans Baluschek prägten gemeinsam mit den ihn umgebenden Eindrücken das nun entstehende Werk aus dem Berliner Arbeitermilieu. Hier zeigt er in trüber Farbigkeit Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit oder zurück. Den Horizont beherrschen rauchende Schlote und ein Gasometer. Wenige dieser Werke des Malers haben Krieg und Emigration überstanden, fast nur jene, die der lebenslange Künstlerfreund Herbert Tucholski nach Liebknechts Emigration 1933 nach Paris dorthin nachgesandt hatte. Der bei Verwandten in Berlin untergestellte Bestand ging verloren. Etliche der frühen Arbeiten zeigte Liebknecht 1985 in Ost-Berlin und Dresden (vgl. Robert Liebknecht. Paris, Malerei und Grafik, Ausst.-Kat. Galerie am Weidendamm, Berlin [Ost], 1985). Und es waren gerade diese Bilder des Sohnes des berühmten Arbeiterführers Karl Liebknecht, die als Zeitdokumente dem Kulturministerium der DDR besonders wertvoll erschienen und nach Möglichkeit erworben wurden. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson