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Arbeiter mit Maschine

Ident. Nr.: A IV 27

ObjID: obj:958727

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Lachnit (1899 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1924-1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Arbeiter mit Maschine
Übersetzung: Worker with Machine
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
397819
Nachlass/Vermächtnis: Max Lachnit, Dresden,
1962–1964
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 52 cm
Erwerbung
1964 Ankauf von Max Lachnit, dem Bruder des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Dargestellt ist der „Kommunist Frölich“ neben einer Maschine. Kurt Frölich war Schriftsetzer der sächsischen KPD-Tageszeitung „Arbeiterstimme“ und Funktionär der Partei. Lachnit trat 1925 der Partei bei und war unter anderem als Gründungsmitglied des Dresdner Ortsverbandes der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO) und der Linken Gruppe beteiligt. Mit dem Ankauf des gefeierten Bildes „Mädchen mit Pelz“ von 1925/1926 durch die Dresdner Gemäldegalerie gleich nach dessen Fertigstellung (heute Galerie Neue Meister, Dresden) erlangte Lachnit frühen Ruhm. „Arbeiter mit Maschine“ ist ein programmatisches „Doppelporträt“, in dem die Maschine als gleichberechtigtes Motiv neben dem Menschen steht – gleichsam als Allegorie des utopischen Zustandes nichtentfremdeter Arbeit. Die Maschine ist dabei keineswegs die „sklavische“ Abbildung eines existierenden Apparates, den der Unternehmer beherrscht und der Arbeiter bedient, sondern ein von Lachnit „frei imaginiertes“ Gebilde aus mechanischen Elementen, das insgesamt am ehesten an eine komplizierte Fräse erinnert, mit der schräg nach oben weisenden Ausrichtung seiner tubusförmigen Bauteile aber auch etwas von einem Teleskop hat, eigentlich jedoch eine Maschine „an sich“, ein technisches Symbol des frei schaffenden Geistes ist; als solche ist sie nicht bloßes Objekt, sondern ein veritables Alter Ego des „schaffenden“ Arbeiters. Kurt Frölich wurde 1933 im KZ Colditz inhaftiert und nach seiner Entlassung bei einer Gestapovernehmung 1941 zu Tode gequält. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

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