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Junger Maler

Ident. Nr.: A IV 69

ObjID: obj:958740

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1961
Weitere Titel
Sammlungstitel: Junger Maler
Übersetzung: Young Painter
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 52 x 40 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus der Ausstellung "Weggefährten-Zeitgenossen" durch den Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Der Maler, Grafiker und Autor Joachim John (1933–2018) fand erst spät seinen künstlerischen Weg. Er arbeitete in Dresden als Requisiteur und absolvierte ein viermonatiges Studium an der Theaterhochschule Leipzig. 1955 begann er ein Studium der Kunsterziehung in Greifswald, brach dieses aber nach dem Tod seines verehrten Lehrers Herbert Wegehaupt 1959 ab und ließ sich wie sein Kommilitone Wulff Sailer in Zempin auf der Insel Usedom nieder. Niemeyer-Holstein wurde für beide der neue Bezugspunkt. Auf Usedom wurde 1960 auch sein Sohn Holger John geboren, der später bei Niemeyer-Holstein Zeichenunterricht nahm. Die Lebenswege blieben verbunden. Fritz Cremer vermittelte Joachim John 1961 eine Teilnahme an der Ausstellung „Junge Künstler – Malerei“ in der Akademie der Künste, Ost-Berlin, wo er 1963 Meisterschüler bei Hans Theo Richter wurde. Das Bildnis Johns als junger Maler gibt nicht wie das Selbstbildnis von 1965 (A IV 421) vorwiegend einen atmosphärischen Eindruck. Niemeyer-Holstein spürt dem Wesen und Charakter des Mannes nach, erfasst die markante Physiognomie genau. Wie vielen Porträtierten verlieh er auch John einen ruhigen, fast grüblerischen Ausdruck. Das Abbild ist in kein Interieur eingebunden, die kraftvolle, klare Form steht vor hellem Grund. Eine weitere, kleinere, Fassung des Bildnisses von 1961 befindet sich in der Kunsthalle Rostock. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz