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Häuser in Palermo

Ident. Nr.: A II 805

ObjID: obj:958773

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Meid (1883 - 1957),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Häuser in Palermo
Übersetzung: Houses in Palermo
Haus in Palermo
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
17.3.1933
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 58 x 76 cm
Erwerbung
1933 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Bereits in den 1910er-Jahren hatte sich Meid mehrfach und längerfristig in Italien aufgehalten. So führte ihn das Stipendium der Villa Romana, das er für sein grafisches Werk erhalten hatte, 1911 für ein halbes Jahr nach Florenz. Es folgten Städtetouren nach Rom, Genua und Rapallo. Diese Affinität für den Süden setzte sich in den 1920er-Jahren mit Fahrten nach Frankreich, Spanien und immer wieder Italien fort. Der Einfluss dieser Reisen auf das Werk des Künstlers war weitreichend: „Mit den Reisen in das südliche Europa beginnt eine neue Epoche in Meids Œuvre: Das Aquarellieren. Er […] entdeckte die lebendige und lichte Landschaft des Südens, die Patina alter Städte und Gemäuer, den Reiz der flimmernden Hitze oder die Stimmung lauer Abende“ (Franz Hermann Franken, Hans Meid. Leben und Werk, Stuttgart 1987, S. 203). Wie das Bild „Häuser in Palermo“ beweist, setzte Meid seine Eindrücke künstlerisch nicht nur in Aquarell um, sondern auch in seinen Ölgemälden jener Zeit, die in ihrer Farbigkeit und dunstigen Lichtwirkung Aquarellen aber sehr ähneln. Ab den 1930er-Jahren widmete sich der Künstler überwiegend Illustrationen und der Gestaltung von Buchumschlägen und -einbänden; 1936 gab er die Ölmalerei ganz auf. Heute wird Meid in erster Linie als Grafiker wahrgenommen und gewürdigt. Dies verdeutlicht auch ein Preis für Buchillustration, der nach ihm benannt ist. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson