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Schwäbische Landschaft

Ident. Nr.: A II 776

ObjID: obj:958825

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Lenk (1898 - 1968),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schwäbische Landschaft
Übersetzung: Swabian Landscape
Abmessungen
Höhe x Breite: 57 x 63 cm
Erwerbung
1930 Ankauf aus der Herbstausstellung der Deutschen Kunstgenossenschaft

Objektbeschreibung

Der Betrachter eines Bildes müsse „Echtheit spüren. Er muss unbewusst im Landschaftsbilde den Wind fühlen, den Duft frischer Äcker riechen. Er muss Lust bekommen, in mein Bild hineinzuwandern“, schrieb Lenk in einem Artikel mit dem Titel „Was ich will“ (Die Kunst für Alle, 46. Jg. [1930/1931], H. 12, S. 374). Neben seiner Vorliebe für unscheinbare Dinge des Alltags wie Topfpflanzen (vgl. „Amaryllis“, A IV 202) oder Haushaltsgegenstände gehörten landschaftliche und architektonische Veduten zu den häufigen Sujets des Künstlers. Mithilfe einer auf höchste Präzision zielenden altmeisterlichen Technik – Lenk hatte von 1915 bis 1925 an der Dresdner Kunstakademie unter anderem bei Richard Müller studiert, der für seine Feinmalerei berühmt war – erhöhte der Künstler die Suggestivkraft seiner Bilder, um gesellschaftliche Brücken zu bauen. Selbst in einem Dorf aufgewachsen, in dem Maler nichts anderes als Anstreicher waren, versuchte Lenk den „Riß […] zwischen der im Bilde gestalteten Vorstellung des Malers und der Vorstellung des Bildbetrachters“ zu kitten, der an seinen Fähigkeiten zweifelt, „weil er seine Vorstellung als laienhaft oder sentimental, unkünstlerisch und kitschig verdammt sieht“ (Franz Lenk, in: ebd.). In unzähligen Aquarellen und Gemälden, die bisweilen an die nach 1933 am Bodensee entstandenen Landschaftsbilder seines verehrten Freundes Otto Dix erinnern, ist ihm dies in malerischer Hinsicht zweifellos gelungen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz