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Liebespaar

Ident. Nr.: B II 15

ObjID: obj:958927

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kurt Lehmann (1905 - 2000),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Liebespaar
Übersetzung: Lovers
Material / Technik
Steinguss
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 44 x 19 x 19 cm
Erwerbung
1930 Ankauf durch den Oberpräsidenten in Kassel für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Schon während seines Studiums von 1924 bis 1929 an der Kunstakademie in Kassel bei Alfred Vocke engagierte sich Lehmann im Kasseler Kunstverein, der 1929 seine erste Einzelausstellung ausrichtete. Im selben Jahr erhielt er den Kunstpreis der Stadt und die Möglichkeit einer Studienreise über Antwerpen und Brüssel nach Paris und Meudon. Zeitgleich beschäftigte sich Lehmann eingehend mit dem Werk Auguste Rodins und besuchte das Atelier Aristide Maillols in Marly-le-Roi, einem Vorort von Paris. Die Skulptur „Liebespaar“ bezeugt diese Auseinandersetzung. Der Frauenkörper gleicht in Proportionen und Plastizität beispielsweise Maillols „Frau mit beiden Händen im Haar“ (B 14). Jene für das Frühwerk Lehmanns typische stilistische Nähe zu Maillol und Vocke lässt eine Datierung auf das Jahr 1929 zu. Dafür, dass die Skulptur zumindest vor dem Aufenthalt des Künstlers 1930 in der Villa Massimo in Rom entstand, spricht, dass Lehmann zu den dort hergestellten Werken schrieb: „Ich packte alle Figuren in Berlin aus, zerschlug sie und warf die Bronzen in den Lützowkanal“ (zit. nach Rudolf Lange, Kurt Lehmann, Göttingen 1968, S. 11). Lehmann studierte schließlich bis 1934 Steinbildhauerei bei Fritz Dietrich an den Vereinigten Staatschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, kam in der mit dieser eng verbundenen Ateliergemeinschaft Klosterstraße unter und gehörte dem Kreis um Gerhard Marcks, Gustav Seitz, Hermann Blumenthal und Werner Gilles an. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson