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Buhnen am Usedomer Strand

Ident. Nr.: A IV 106

ObjID: obj:958993

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: Buhnen am Usedomer Strand
Übersetzung: Jettys at an Usedom Beach
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 60 x 80 cm
Erwerbung
1967 Ankauf vom Künstler, Koserow/Usedom, aus dem Geldvermächtnis Marie Prüfert

Objektbeschreibung

Niemeyer-Holstein beobachtete über Jahre das Aufeinandertreffen von Meer und Strand unter verschiedenen Himmeln. Buhnen dramatisieren diese Szenen: Die Wellen brechen sich an ihnen, Gischt spritzt, Sand wird angeschwemmt, Wasserlachen bleiben zurück. Meist sind zudem die Holzpfähle malerisch verrottet und unterschiedlich verkürzt. „All das, was ich sehe und male [geht] durch mein subjektives Empfinden, und davon fließt vieles in das ein, was ich auf die Leinwand bringe; das von mir Wahrgenommene wird damit auch verwandelt, doch nicht umgewandelt, denn es soll der Wirklichkeit auf charakteristische Weise ähnlich bleiben, aber es wird, so hoffe ich, auf eine mir gemäße Art verwandelt, so daß es kein blankes Abbild der Wirklichkeit gibt […]“ (Achim Roscher, Lüttenort: Geschichten aus dem Leben Otto Niemeyer-Holsteins, Berlin 2006, S. 243). Die Horizontlinie dieser Bilder liegt meist hoch oder ist gar nicht mit erfasst, die künstlerisch verdichteten Strand-Meer-Ansichten nehmen den Bildraum vollständig ein. Die große Doppelbuhne mit den eingelegten Betonplatten, ein ganzes Buhnenensemble, hat der Künstler über die Jahre immer wieder dargestellt. Auf „Buhnen am Usedomer Strand“ (A IV 106) formt sich um sie herum eine eher unwirtliche Landschaft. Das Bild der einzelnen Buhnenreihe bei Sonnenschein (A IV 422) vermittelt dagegen eine sonntägliche Stimmung. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz