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Flusslandschaft mit Pferden

Ident. Nr.: A IV 211

ObjID: obj:958997

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Seewald (1889 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Flusslandschaft mit Pferden
Originaltitel: Presso il fiume
Übersetzung: River Landscape with Horses
Provenienz
Annie Caspari, München,
25.3.1932
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co., München,
368049
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80,5 x 100,5 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München

Objektbeschreibung

In den 1910er- und 1920er-Jahren unternahm Seewald ausgiebige Reisen in den Süden Europas, wo er Landschaften, Menschen und Tiere malerisch festhielt. Während des Ersten Weltkriegs war er vom Militärdienst freigestellt, was ihm Aufenthalte in Südfrankreich und im Tessin ermöglichte. Zwischen 1922 und 1924 lebte der Künstler größtenteils in Italien, wo das Gemälde „Flusslandschaft mit Pferden“ entstand. Wiedergegeben ist eine idyllische, in pastellfarbenes Abendlicht getauchte, ruhig daliegende Wasserlandschaft, die im Hintergrund von einer Bergkette abgeschlossen wird und vorn eine Weide mit grasenden und tollenden Pferden zeigt. Seewald war der Überzeugung, „ein Mittelmeerer zu sein“, was bedeute, „Mass und Mitte zu verehren“ (Richard Seewald, Die Zeit befiehlts, wir sind ihr untertan, Freiburg 1977, o. S.). | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson