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Messingfaltung

Ident. Nr.: B III 185

ObjID: obj:959018

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Glöckner (1889 - 1987),
Künstler*in
Datierung
1935/1936 (Ausführung 1978)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Messingfaltung
Übersetzung: Brass Fold
Geografische Bezüge
Material / Technik
Messingblech
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 23 x 55 cm
Erwerbung
1979 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Parallel zu den geometrisch inspirierten gegenständlichen Werken der späten 1920er- und der 1930er-Jahre schuf Glöckner gegenstandsfreie Arbeiten, die auf mathematischen Berechnungen basierten. In seinem mehr als 150 doppelseitige konstruktivistische Bildtafeln umfassenden „Tafelwerk“ variierte er elementare Grundformen, Flächen und Flächenteilungen: „Ich besann mich auf meine jugendlichen Erfahrungen und Leidenschaften für die Geometrie […]. Das war für mich Veranlassung, die konstruktiven, geometrischen Grundlagen meiner Malerei zu untersuchen, ihre elementaren und komplexen Zusammenhänge zu finden. Ich habe mich damals entschlossen, […] alles, was bisher geschehen war, beiseite zu werfen und mich ganz und gar auf diese Frage zu konzentrieren. Das war der Anfang für das […] ‚Tafelwerk‘“ (Hermann Glöckner, Meine Arbeit ist mein Leben, in: John Erpenbeck, Hermann Glöckner. Ein Patriarch der Moderne, Berlin [Ost] 1983, S. 56 ff.). Aus diesen gegenstandslosen Flächenteilungen entwickelte Glöckner um 1935 auch erste plastische Arbeiten, die wesentliche Aspekte seines „Tafelwerks“ ins Räumliche ausdehnen. Dabei „faltete“ er aus Messingblech spitze Winkel und Flächen nach messbaren Proportionen, die in unterschiedlichen Positionen aufgestellt werden konnten. Häufiger wandte er sich aber erst ab 1955 plastischen Versuchen zu, „mit steigender Hingabe“ (Werner Schmidt, in: Hermann Glöckner, Ausst.-Kat., Neuer Berliner Kunstverein, 1982, o. S.). Die ebenfalls später entstandene vorliegende „Flächenteilung“ geht auf eine Werkzeichnung von 1935/1936 zurück. In Messing ausgeführt wurde sie auf Veranlassung Glöckners für die Nationalgalerie (Ost). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson