Mann mit Puppe
Ident. Nr.: B 1058
ObjID: obj:959029
1974 erworben durch das Land Berlin
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1922
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Mann mit PuppeÜbersetzung: Painter with Doll / Self Portrait with Doll
- Provenienz
- Wihelm Kreis, Dresden,
1920er Jahre - wohl bis 1933Herbert Kurz, Meerane/Sachsen,
wohl nach 1933 - bis max. 1948Kauf: Wilhelm Grosshennig, Chemnitz/ab 1951 Düsseldorf,
spätestens 1948 - 1953Auktion: Auktion Ketterer, Stuttgart, kein Verkauf,
1950Chichio Haller, Zürich,
391542Justin K. Thannhauser, New York,
391543Joseph H. Hazen, New York,
1955–1974Galerie Beyeler, Basel,
1974 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 85 x 120 cm
- Erwerbung
- 1974 Ankauf über die Galerie Beyeler, Basel, durch das Land Berlin mit Mitteln des Landes Berlin und der Deutschen Klassenlotterie
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959029
Objektbeschreibung
Kokoschka hatte im Sommer 1918 in Dresden eine Ausstellung der Münchner Malerin Hermine Moos gesehen. Bei ihr bestellte er eine lebensgroße und möglichst echt wirkende Puppe von Alma Mahler (1879–1964). 1912 hatte er die Witwe des ein Jahr zuvor verstorbenen Komponisten Gustav Mahler durch einen Porträtauftrag kennengelernt. Es entspann sich eine kompliziert-leidenschaftliche Beziehung, die nach zwei von Kokoschka ungewollten Schwangerschaftsabbrüchen damit endete, dass Alma Mahler den Architekten Walter Gropius (nach der Scheidung von ihm Franz Werfel) heiratete und Kokoschka sich bald nach Kriegsbeginn in selbstmörderischer Absicht zum Einsatz an die Front meldete. Er verarbeitete die Trennung von der als anderes Selbst empfundenen Geliebten unter anderem in den Dramen „Hiob“ (1917) und „Orpheus und Euridice“ (1918). Die nach seinen Vorstellungen geschaffene Puppe erlaubte gewissermaßen – nur halb ironisch – in effigie wieder von dieser Identifikation zurückzutreten. Der Zeigegestus auf das Geschlecht ist womöglich als anklagender Hinweis auf die „Wunde“ der Verfallenheit an Alma Mahler zu verstehen. Jene Geste entspricht dem deutenden Finger auf Kokoschkas Selbstbildnis für die erste Nummer von Herwarth Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ von 1910. Dort weist der Dargestellte als weltlicher Schmerzensmann auf eine (damals noch imaginierte – vgl. „Die Jagd“, A III 467) Seitenwunde. Das Motiv dieser Lithografie wiederholte Kokoschka ein Jahr nach dem Selbstporträt mit Puppe in einem Ölbild („Der Maler II“, WVZ unter www.oskar-kokoschka.ch [12.2.2021], 1923/9). | Oliver Seifert
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de