Logo

Stefan George

Ident. Nr.: B III 101

ObjID: obj:968129

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alexander Zschokke (1894 - 1981),
Künstler*in
Datierung
1927-1929
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 26,5 x 29 cm

Objektbeschreibung

Der Schweizer Bildhauer Zschokke hatte 1913 ein Architekturstudium in München begonnen, wurde bei Kriegsbeginn 1914 eingezogen und nahm während des Diensturlaubs Malunterricht. Wieder in Basel trat er der Künstlergruppe Neues Leben bei. In Ascona lernte er Alexej von Jawlensky kennen, über den er in Kontakt zu einstigen Mitgliedern der Künstlervereinigung Brücke in Berlin kam. Dort hatte Zschokke von 1920 bis 1930 ein Atelier in der Fasanenstraße 13, wandte sich der Bildhauerei zu und schuf vornehmlich Porträtköpfe. Ein zentrales Erlebnis des Künstlers war seine Begegnung mit dem Dichter Stefan George (1868–1933), der schließlich zu Lesungen und Zusammenkünften von Künstlern, Literaten und Intellektuellen in das Berliner, aber auch in das Basler Atelier Zschokkes einlud. Der Bildhauer war von dem charismatischen George fasziniert, ohne zum Kreis seiner „Jünger“ zu gehören. So porträtierte er den Dichter mehrfach, es entstand ein ganzer Zyklus von Kopfstudien. Er selbst schrieb um 1935, dass er bis zu vierzig Porträts angefertigt habe (SMB-ZA, V/Slg. Künstler, Zschokke, Alexander). Die Büste der Nationalgalerie scheint eine typisierte Variante zu sein, die sich dennoch durch die charakteristischen dünnen Stirnfalten und das zurückgekämmte Haar auszeichnet. Zschokke schuf häufig aus der Erinnerung, da es ihm um die Vermittlung verinnerlichter Werte ging. Statt eines äußeren Erscheinungsbildes wollte er ein Persönlichkeitsbild schaffen. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson