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Festival

Ident. Nr.: B 1234

ObjID: obj:959036

1983 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bora Iljovski (1942 - 2013),
Künstler*in
Datierung
1973
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 190 x 300 cm
Erwerbung
1983 Ankauf vom Künstler, Belgrad, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Iljovski schloss 1968 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Belgrad ab. Mit seinen frühen Werken steht er dem Belgrader Kreis der Neuen Figuration nahe, der von der neuen Urbanität, der Ikonografie der Massenmedien sowie von emblematischen Produkten der Konsumkultur inspiriert war. In den 1970er-Jahren entwickelte Iljovski einen individuellen, abstrakten Stil mit einer außerordentlichen visuellen Fülle und überaus dekorativ, mit dem er seine anspruchsvollen Aussagen gewissermaßen verhüllte. Seine Gemälde sind komplexe, dynamische Kompositionen aus verschiedensten Zeichen wie Buchstaben, Ziffern und musikalischen Notationen, die sich auf der gesamten Leinwand wiederholen. Zur gleichen Zeit begann Iljovski, mit Streifen aus unterschiedlichen Materialien zu experimentieren. Das Gemälde „Festival“ ist ein repräsentatives Beispiel für diese Versuche. Er bearbeitete Holz- oder Kartonstreifen, die er dann auf die gemalte Fläche collagierte, wo sie zu eigenständigen malerischen Motiven werden. Die bemalten Oberflächen erscheinen wie endlose grafische, farbige Labyrinthe. 1982 repräsentierte der erfolgreiche Künstler Jugoslawien auf der Biennale von Venedig. Nach Jahren der Isolation von der Belgrader Kunstszene nahm Iljovski 2003 an der von René Block kuratierten historischen Ausstellung „In den Schluchten des Balkans“ im Kasseler Fridericianum teil. | Svetlana Jevtovic Montua

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz