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Stadt im Schnee

Ident. Nr.: B 512

ObjID: obj:959075

1961 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinz Fuchs (1886 - 1961),
Künstler*in
Datierung
1926/1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stadt im Schnee
Übersetzung: Town in the Snow
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
389427
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1961–1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 101 x 130 cm
Erwerbung
1961 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Der Berliner Maler Fuchs war von 1918 bis 1931 Mitglied der Novembergruppe und bis 1922 in deren Arbeitsausschuss tätig. Das in der Nationalgalerie befindliche Gemälde „Stadt im Schnee“ ist eines der wenigen Bilder des Künstlers, die sich aus dieser Zeit erhalten haben. Ein Großteil seines Frühwerks wurde 1944 bei einem Bombenangriff auf Berlin zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog Fuchs ein Atelier in der Hochschule für die bildenden Künste, an die er 1947 als Professor für Kunstpädagogik berufen wurde, und verwahrte hier das Gemälde „Stadt im Schnee“. 1960 bot er es Leopold Reidemeister, dem Generaldirektor der Staatlichen Museen in West-Berlin, als Exponat für die von ihm im Schloss Charlottenburg ausgerichtete Ausstellung „Berlin. Ort der Freiheit für die Kunst“ an, was jedoch auf Ablehnung stieß. Stattdessen wurde das Werk im folgenden Jahr in der „Großen Berliner Kunstausstellung“ gezeigt, die seit 1956 jährlich in den Ausstellungshallen am Berliner Funkturm stattfand. Daraus erwarb es Adolf Jannasch für die „Galerie des 20. Jahrhunderts“, über die es in die Sammlung der Nationalgalerie gelangte. Der in expressiver Malweise ausgeführten Stadtansicht liegt eine klare Bildkomposition zugrunde. Trotz der winterlichen Kargheit und des dunklen Abend- oder Nachthimmels hat der Maler eine ruhige und harmonische Wirkung erzielt, indem er die Stadt aus erhöhter Perspektive als in sich geschlossene Gebäudegruppe ins Bildzentrum setzte, die von der umgebenden Wald- und Hügellandschaft gleichsam schützend eingeschlossen wird. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson