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Häuser am Fuße des Berges

Ident. Nr.: A II 796

ObjID: obj:959087

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Carlo Carrà (1881 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Häuser am Fuße des Berges
Originaltitel: Casine sotto il monte
Originaltitel: Maisonnettes sous la montagne
Übersetzung: Houses below the Hills
Provenienz
XVIII. Esposizione Biennale Internazionale d´Arte, Venedig,
18.4.1932–28.10.1932
Galleria Milano S. A., Mailand,
367235
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 70,5 x 90,5 cm
Erwerbung
1932 Ankauf zusammen mit anderen Werken im Tausch gegen ein Michetti Gemälde

Objektbeschreibung

Bereits in seinen frühen, ab 1910 entstandenen futuristischen Werken hatte Carrà Wert auf streng konstruierte, solide Formen gelegt. Seine Begegnung mit Guillaume Apollinaire und den Kubisten 1912 in Paris verstärkte diese Tendenz. In den 1920er-Jahren zeichnete sich eine Wende ab: Statt für nackte, luftleere Räume begann sich Carrà für die atmosphärische Wirkung seiner Motive zu interessieren. Die in den Piemonteser Alpen (Valle della Sesia), in denen sich der Künstler im Sommer 1924 aufhielt, entstandene Landschaft zeigt die im Hintergrund aufragenden Berge als einfache, konische Erdkörper, vor denen in pastosem Weiß angelegte Hauskuben abstechen. Das sich bis in den Vordergrund ausbreitende Gelände in Braun-, Grün- und Rottönen, ebenso wie der Himmel in kräftigen Blau- und hellen Grautönen mit lockerem, breitem Pinselstrich gemalt, verleiht dem Gemälde eine samtig-dichte malerische Struktur. Diese Farbklänge vermitteln den Betrachter:innen das Gefühl eines schattig-kühlen Abends in einem von einfachen und essenziellen Dingen geprägten Leben auf dem Land. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson