Bergarbeiter vor der Einfahrt
Ident. Nr.: B I 477
ObjID: obj:959091
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1927 (Guss 1928)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Bergarbeiter vor der EinfahrtÜbersetzung: Miner before the Descent
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 194 x 79 x 68 cm (inkl. Plinthe)
- Erwerbung
- 1927 Ankauf vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für die Nationalgalerie
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959091
Objektbeschreibung
Koelle studierte von 1916 bis 1923 an der Akademie der bildenden Künste in München, unter anderem als Meisterschüler von Hermann Hahn. 1921 wurde er Mitglied der Münchner Neuen Secession und begann, Studienfahrten ins Saarland zu unternehmen, in dem Zehntausende im Kohlebergbau beschäftigt waren. Über die Entstehung des „Bergarbeiters vor der Einfahrt“ schrieb Paul Ortwin Rave, damals Mitarbeiter der Nationalgalerie: „Nach den in der Grube St. Ingbert bei Saarbrücken gefertigten Zeichnungen entstand das Gipsmodell 1927 in München, kam auf die Herbstausstellung der [Berliner] Akademie und wurde im Auftrag des preußischen Staates in Bronze gegossen“ (Ludwig Justi [Hrsg.], Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin 1928, S. 161). Koelle wurde nun als unpolitischer Realist wahrgenommen. Sein nicht heroisierter „Bergarbeiter“, erkennbar an der Grubenlampe, steht entspannt und abwartend, die detaillierten Gesichtszüge strahlen Ruhe aus. Durch die Wahl, ihn vor Schichtbeginn zu zeigen, musste Koelle die Härte der körperlichen Arbeit nicht interpretieren. Nach dem Erwerb der Statue durch die Nationalgalerie war diese zunächst in Berlin zu sehen und gelangte dann als Dauerleihgabe in die Stadt Brandenburg. 1942 wurde einer Aufforderung, sie und Karl Janssens „Steinklopferin“ (1902, B I 189) als kriegsbedingte Metallspende abzuliefern, widersprochen, da beide Werke künstlerisch zu wertvoll seien (SMB-ZA, I/NG 46, Bl. 197 f.). In der DDR würdigte man den „Bergarbeiter“ unter anderer kunstideologischer Perspektive weiterhin, wie die Aufstellung am Amtssitz des Staatspräsidenten Wilhelm Pieck zeigte. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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nng@smb.spk-berlin.de