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Torso der Knienden

Ident. Nr.: B II 47

ObjID: obj:959133

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Lehmbruck (1881 - 1919),
Künstler*in
Datierung
1911-1913
Weitere Titel
Sammlungstitel: Torso der Knienden
Übersetzung: Torso of a Kneeling Figure
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gips auf Zement
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 156 x 71 x 23 cm
Erwerbung
1919/20 Ankauf aus dem Ateliernachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Nachdem Lehmbruck die „Kniende“ 1911 in Paris erstmals ausgestellt hatte, ließ er mehrere Güsse anfertigen. Parallel dazu arbeitete er das Motiv zu Torsi und Büsten um, indem er Beine und Arme wegnahm oder die Figur auf der Höhe der Brust abtrennte. Das Ringen des Bildhauers um den perfekten Ausschnitt hat der Kritiker Paul Westheim 1919 in seiner Monografie eindrücklich geschildert: „Mit dem Gießer unternimmt er oft die waghalsigsten Experimente, zerschneidet die Formen einer mehrfach schon gegossenen Figur, nimmt einen Beinansatz hinweg, der ihm zu massig aus der Fläche herauszudrängen scheint, beseitigt die Arme, womöglich auch den Kopf, um zu einem Torso von vollendetem Ebenmaß zu gelangen“ (Paul Westheim, Wilhelm Lehmbruck, Berlin 1919, S. 11). Auf dem in den Beständen der Nationalgalerie befindlichen „Torso der Knienden“ finden sich an Armen, Brust und Hüfte Striche, sodass es sich hier möglicherweise um einen Arbeitsgips handelt, an dem Lehmbruck Schnittvarianten für weitere Güsse markiert hatte. Der Torso offenbart die besondere kompositorische Bedeutung der überlangen Gliedmaße der ursprünglichen Gestalt. Ohne die nach vorn und hinten ausgreifende Stellung der Beine erscheint der Oberkörper nicht so spannungsreich wie bei der Ganzfigur. Zudem führt das Fehlen der Arme dazu, dass sich die Inwendigkeit der Figur ähnlich wie bei Lehmbrucks zuvor entstandenen Werken vor allem in der Neigung des Kopfes und den geschlossenen Augen äußert (vgl. „Großer weiblicher Torso“, B I 425). | Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson