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Blumenstillleben (Relief)

Ident. Nr.: B III 191

ObjID: obj:959154

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Sabina Grzimek (1942 ),
Künstler*in
Datierung
1976
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstillleben (Relief)
Übersetzung: Still Life with Flowers (Relief)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 41 x 8 cm
Erwerbung
1979 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Im Œuvre der Bildhauerin und Grafikerin Grzimek dominieren Menschen- und Tierdarstellungen. Das „Blumenstillleben“ ist insofern eine Ausnahme in ihrem Schaffen. Für ihren Stil hingegen ist es exemplarisch. Aus einer belebten Oberfläche erheben sich die Formen und Konturen der Blumen und der Vase. Ein Tisch oder gar eine Beschreibung des Hintergrundes ist nicht zu erkennen. Ganz typisch für die Arbeitsweise der Künstlerin sind die Spuren der Modellage auf der Oberfläche. So prägen die Kerben der Spatel, die Rillen, die mit den Fingern gezogen wurden, den Eindruck des Bronzereliefs. Grzimek, die ihr Diplom an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee erhielt und im Anschluss Meisterschülerin von Fritz Cremer war, gehörte ab den 1970er-Jahren zu dem erweiterten Kreis der sogenannten Berliner Schule. Diese Künstler*innengruppe war besonders interessiert an der klassischen Moderne und suchte die Bildmotive in der unmittelbaren Umgebung, mithin im Alltag der Großstadt Ost-Berlin. | Sabrina Kotzian

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson