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Katze

Ident. Nr.: B I 581

ObjID: obj:959157

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Leptien (1907 - 1977),
Künstler*in
Datierung
1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Katze
Übersetzung: Cat
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1935
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 41 x 14,5 x 60 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1935 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Von den ihm angebotenen Zeichnungen Leptiens war Nationalgalerie-Direktor Eberhard Hanfstaengl nicht überzeugt, die Plastik einer Katze aber gefiel ihm. So wurde diese 1935 für 400 Reichsmark angekauft. Leptien, der in Kiel an der Technischen und kunstgewerblichen Fachschule Bildhauerei studiert hatte, gehörte anschließend in Berlin zu jenen Studenten und jungen Bildhauern der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, die den Rom-Preis der Akademie der Künste erhielten und eine Zeit lang in der Villa Massimo leben konnten. Als Tierbildhauer war er in der Zeit des Nationalsozialismus toleriert, unter anderem beteiligte er sich 1941 an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München. Staatliche Auftragswerke nahm er nicht an, stattdessen zog er sich auf die Ostseeinsel Usedom zurück. Zwar gab er die Bildhauerei nicht auf, seinen Unterhalt aber verdiente er als Landwirt. Nach dem Krieg erhielt er 1952 vom Rat des Kreises Wolgast den Auftrag für ein Kriegsdenkmal. Die daraufhin entstandene „Frau im Soldatenmantel (Die Frierende)“, welche an die schier endlosen Flüchtlingstrecks und den Schrecken des Krieges erinnert, ist sein wohl bekanntestes Werk. Da es seine Auftraggeber nicht überzeugte, wurde es allerdings erst 1984 auf dem Golm, einer Kriegsgräberstätte auf Usedom, aufgestellt. Leptien war unter den Druck geraten, regimekonforme Kunst zu fertigen, verbunden mit einem Eintritt in die SED. So floh er 1953 nach West-Berlin, wo er viele Plastiken für den öffentlichen Raum schuf. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson