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Sonnenblumen

Ident. Nr.: A IV 116

ObjID: obj:959263

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Harald Metzkes (1929 - 2026),
Künstler*in
Datierung
1966
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sonnenblumen
Übersetzung: Sunflowers
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 60 x 80 cm
Erwerbung
1967 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Der „strengen Periode“ im Schaffen von Metzkes, Manfred Böttcher, Ronald Paris, Helmut Symmangk, Hans Vent, Horst Zickelbein und anderen Künstlern und Künstlerinnen in Berlin folgte eine Veränderung des Bilddenkens, die sie an das Werk Paul Cézannes heranführte. In deren Verlauf fand Metzkes zu einer „lichterfüllten, tonigen Malerei, für die er in den folgenden Jahren die für ihn eigentümliche Farbskala von erdhaftem Braun, gebrochenem Grün, silbrigem Grau und purpurnem Rot entwickeln sollte“ (Roland März, Harald Metzkes, in: Künstler der DDR, Dresden 1981, S. 212). Metzkes resümiert diesen Prozess und seine Programmatik wie folgt: „Malkultur als Verfeinerung des zeichnerisch-farbigen Ausdrucks ist das hohe Ziel. Verfeinerung bedeutet dabei deutlicheres Herausarbeiten der Formen, ihre logische Verknüpfung und schlackenfreies Verschmelzen von Farbflecken und Linien. Das alles muß unter dem Diktat des Erlebnisses geschehen, der Begeisterung für den Glanz, der alle Gegenstände überhaucht, mit dem Mut, das Erreichte aufzugeben und zu zerstören, damit etwas entsteht parallel zur Schönheit der Natur. [...] Cézanne ist die große Akademie, in die viele gegangen sind.“ (Harald Metzkes, in: Ausst.-Kat., Berlin [Ost], 1975) Der darin enthaltene Kunstbegriff wird seiner Intention nach modifiziert: „Mein Programm hat nur zwei Punkte. Natur und Auge. Die ethische Aufgabe: Ich erlebe, daß das Materielle mich beglückt und bedrängt, Menschen streicheln und rempeln. Der Konstruktion dieser Dinge zu einem gilt mein Bemühen nicht ihrer Destruktion.“ (ebd.) | Jörg Makarinus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz