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Rückenakt

Ident. Nr.: NG ohne Nr.

ObjID: obj:959267

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emil Rudolf Weiss (1875 - 1942),
Künstler*in
Datierung
um 1920-1925
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Renée Sintenis,
1942–1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 42 x 32 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Zusammen mit seinem Freund Karl Hofer, den er an der Karlsruher Kunstakademie kennengelernt hatte und den er 1907 in Rom besuchte, hatte Weiss begonnen, nach dem lebenden Modell zu malen. Das gemeinsame Arbeiten sowie die direkte Auseinandersetzung mit dem von ihm bewunderten Werk Hofers wirkten sich auf sein Œuvre aus. Unter anderem blieb die künstlerische Beschäftigung mit dem nackten Körper in Weiss’ malerischem Schaffen zentral. In dem kleinformatigen Gemälde füllt der Rückenakt das Bild fast vollständig aus. Mit abgespreizten Armen liegt eine unbekleidete Frau bäuchlings auf einem roten Kissen, Rücken und Hinterteil den Betrachtenden zugewandt. Wie zahlreiche von Weiss’ Arbeiten aus dieser Zeit weist das Bild einen flüchtig anmutenden, teils flächigen Farbauftrag in einer zurückgenommenen Farbigkeit auf. Der Künstler verzichtete auf alle Details und inszenierte stattdessen den ästhetisierenden Zusammenklang von Farbe und Form. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson