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Liebespaar

Ident. Nr.: B III 197

ObjID: obj:959280

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Lucie Prussog (1900 - 1990),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Liebespaar
Übersetzung: Lovers
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1980
Material / Technik
Terrakotta
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 26 x 23,5 cm
Erwerbung
1980 Ankauf vom Sohn der Künstlerin, Dresden

Objektbeschreibung

Auf einer Bank sitzt ein innig umschlungenes Pärchen, die Körper nahezu ineinander vergraben. Die beiden stark abstrahierten, vollkommen entindividualisierten rundlichen Figuren bilden eine Einheit, die nach außen abgeschirmt ist, und scheinen nichts um sich herum wahrzunehmen. Die rote Farbe der Terrakotta unterstreicht die Wärme ihrer Zugewandtheit. Die Körper sind voluminös aufgebläht, was der Darstellung eine gewisse Monumentalität verleiht und typisch für Prussogs Stil ist. Trotz des harten Materials erscheinen die Formen anschmiegsam und weich (vgl. auch die „Bettlerin“, B III 196), eine Gestaltung, die dem Motiv des „Liebespaars“ besonders zuträglich ist. Prussog hatte zunächst als Lehrerin gearbeitet, war seit 1924 in einer Keramikfabrik tätig und zog 1925 nach Dresden, um ein Jahr später ein Studium der Bildhauerei an der dortigen Kunstakademie bei Georg Wrba zu beginnen. Sie wurde 1929 Mitglied der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO). Die Gruppe rief zum Sturz der kapitalistischen Ordnung auf, die sie für die schlechte Lage der Arbeiter-, aber auch der Künstlerschaft verantwortlich machte. Prussogs Werke stehen für diese Haltung, indem sie insbesondere arme, arbeitende Menschen darstellen. Die Künstlerin war außerdem Mitbegründerin der Dresdner Sezession 1932. 1933 verbot das NS-Regime die ASSO, Prussogs Werke wurden als „entartet“ diffamiert. Durch die Zerstörung ihres Atelier 1945 bei einem Bombenangriff ging überdies ein Großteil ihres frühen Œuvre verloren. In der DDR konnte sich Prussog schließlich jahrzehntelang künstlerisch betätigen, vor allem in der Bauplastik und als Zeichnerin. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

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