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Der Sohn des Künstlers

Ident. Nr.: B I 456

ObjID: obj:959296

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Cauer (1866 - 1947),
Künstler*in
Datierung
1916
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Sohn des Künstlers
Übersetzung: The Artist's Son
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1925
Material / Technik
Terrakotta und Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 54 x 40 x 23 cm
Erwerbung
1925 Ankauf vom Künstler durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Die signierte Terrakotta zeigt einen Jüngling zwischen Kindes- und Jugendalter. Er hat seinen Kopf seitlich nach links geneigt, der Mund ist leicht geöffnet, die Augen schauen ins Unbestimmte. Die Haare liegen eng am Kopf an, durch leichte Kratzspuren vom Werkzeug hat der Künstler kleine Wellen eingearbeitet; ansonsten bleiben sie – abgesehen von der stärkeren Ausformung im Nacken – in ihrer Struktur nur angedeutet, was dem Jungen einen zarten Charakter verleiht. Seine Mimik pendelt zwischen einem träumerischen und einem leicht erstaunten, faszinierten Ausdruck eines neugierigen, wissensdurstigen Kindes. Die Ausarbeitung erscheint grob und unfertig, zahlreiche Spuren von Werkzeugen lassen darauf schließen, dass es sich bei der Skulptur um einen Entwurf handelt, der als Vorbild zu einer späteren Ausführung diente. Quer über dem unbekleideten Oberkörper des Jungen liegt ein schmaler Riemen, der vielleicht zur Befestigung eines Gegenstandes gedacht ist. Das vorliegende Porträt zeigt den 1905 geborenen Sohn des Künstlers, Eduard. Ludwig Cauer gehörte einer Bildhauerfamilie an. Auch sein Sohn, der zunächst bei ihm in die Lehre ging, setzte die familiäre Tradition fort – nunmehr in vierter Generation. Als das Porträt entstand, muss er elf Jahre alt gewesen sein. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson