Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1953
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Raub der SabinerinnenÜbersetzung: Rape of the Sabine Women
- Material / Technik
- Öl auf Hartfaser
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 126,5 x 165 cm
- Erwerbung
- 1976 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959298
Objektbeschreibung
Sitte hatte sich 1947 in Halle/Saale niedergelassen, wo er sich im Umfeld der Kunsthochschule Burg Giebichenstein bewegte. 1936 bis 1939 hatte er an der Kunstschule des nordböhmischen Gewerbemuseums in Reichenberg eine Ausbildung zum Textilmusterzeichner absolviert und war 1940 an die Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg in der Eifel empfohlen worden. Dort blieb er nur ein Jahr, dann wurde er zum Kriegsdienst einberufen. In Halle gehörte Sitte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Künstler*innen, die sich ganz bewusst an der zwischen 1933 und 1945 als „entartet“ diffamierten Moderne orientierten. Vor allem der Expressionismus und die Kunst Pablo Picassos beeindruckten ihn nachhaltig. Den Einfluss Picassos, dessen Formensprache Anfang der 1950er-Jahre in der DDR höchst umstritten war, kann man unschwer an dem 1953 entstandenen Gemälde „Raub der Sabinerinnen“ erkennen. Sitte stellt darin den antiken Stoff in einer dynamischen Kampfszene dar, in der die Frauen sich, teils mit Dolchen bewaffnet, aktiv gegen ihre Entführung durch die Römer wehren und den durch diesen Übergriff angezettelten Krieg letztlich beenden konnten. Sittes mythologisches Gemälde kann als Reaktion auf die Krisen und Kriege der damaligen Zeit gelesen werden. Der beginnende Kalte Krieg, die Teilung Deutschlands sowie der Koreakrieg schürten die Angst vor neuen Eskalationen. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
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