Der Radionist
Ident. Nr.: A IV 134
ObjID: obj:959322
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1927
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der RadionistÜbersetzung: Radio Enthusiast
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Maria Günther, Gera,
11.12.1967 - Material / Technik
- Tempera auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 55 x 49 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959322
Objektbeschreibung
Wie Otto Dix in Gera geboren (und mit diesem später auch befreundet), wurde Günther in der väterlichen Firma zunächst als Lithograf ausgebildet, bevor er an der Kunstgewerbeschule und an der Kunstakademie in Dresden Grafik beziehungsweise Malerei studierte. 1927 hatte er seinen künstlerischen Durchbruch bei einer Ausstellung mit Werken von Dix, August Wilhelm Dressler und George Grosz in Plauen. Im selben Jahr entstand „Der Radionist“. Dargestellt ist ein gewisser Herr Schreck, der, als Querschnittsgelähmter an den Rollstuhl gefesselt, ein Zimmer in der unteren Etage im güntherschen Hause bewohnte. Eine Vorstudie in Grafit befindet sich in der Kunstgalerie Gera. Das Gemälde, auch „Kleinbürger am Radio“ genannt, kann als Persiflage auf eine Kleinbürgerstube verstanden werden, in der „ein Sonntagsbürger, der fertig ist mit aller Welt, sich eingemauert hat zwischen röchelndem Radiokasten, klemmendem Kopfhörer, Rotweinflasche, Operntextbuch und Zigarre: ein rachsüchtiges Junggesellenidyll unserer Epoche, eine abwehrfunkelnde, musikalische Fortifikation“ (Franz Roh, Der Maler Kurt Günther, Berlin 1928, S. 14). Zugleich lässt sich aber auch im positiven Sinne der entgrenzende Effekt des Radios hervorheben – 1923 hatte der deutsche Rundfunk erstmals seinen Sendebetrieb aufgenommen –, das rasch zu einem gesellschaftsprägenden Medium aufstieg und zum Motiv zahlreicher Gemälde der Neuen Sachlichkeit avancierte. | Kyllikki Zacharias
Letzte Aktualisierung: 16.04.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de