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Liegende Kuh

Ident. Nr.: B 873

ObjID: obj:959357

1966 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Haizmann (1895 - 1963),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Liegende Kuh
Übersetzung: Resting Cow
Geografische Bezüge
Provenienz
Kauf: Heinrich Evert, Berlin,
1955
Nachlass/Vermächtnis: Gertrud Evert, Berlin,
1955–1966
Schenkung: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1966–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 14,5 x 20,5 x 10 cm
Erwerbung
1966 Schenkung aus der Sammlung Heinrich Evert, Berlin, für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Mit dem Malen hatte Haizmann erst 1924 begonnen. Wenig später wandte er sich zudem der Bildhauerei und Keramik zu. Den Zugang zur Kunst hatte der Autodidakt durch Herbert von Garvens-Garvensburg erhalten, den er im Frühjahr 1918 im französischen Kriegsgefangenenlager Fort Barraux kennengelernt hatte. In dessen Galerie in Hannover arbeitete er ab 1920, bevor er 1922 nach Hamburg übersiedelte und bald ein eigenes Graphisches Kabinett eröffnete. Dieses schloss er, als er als Künstler erste Erfolge feierte. Gefördert wurde er vor allem von Max Sauerlandt, dem Direktor des Kunstgewerbemuseums in Hamburg, für den Haizmanns Arbeiten auf einer „individuell gestalteten Natur“ und einer „sehr fein differenzierten Geistigkeit“ gründeten (Max Sauerlandt, Richard Haizmann, in: Hamburger Nachrichten, 3.7.1928, zit. nach Richard Haizmann. Bilder und Sulpturen, Ausst.-Kat., Villingen-Schwenningen, 2013, S. 13). Jene „Geistigkeit“ war bei Haizmann durch ein christlich-anthroposophisches Weltbild gepägt, welches sich – wie bei der liegenden Kuh – in der Konzentration auf das Wesentliche, in klaren Konturen und abstrahierenden, wesenhaften Formen ausdrückt. Seine Figuren und Tierdarstellungen erinnern an Idole und andere außereuropäische kultische Gegenstände, womit er seinem Bildhauerkollegen Ewald Mataré nicht unähnlich ist. Haizmanns Arbeiten galten nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten als „entartet“. Nachdem seine Werkstatt im Frühjahr 1934 zerstört worden war, zog sich der Künstler nach Niebüll in Ostfriesland zurück. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz