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Großer weiblicher Torso

Ident. Nr.: B I 425

ObjID: obj:959431

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Lehmbruck (1881 - 1919),
Künstler*in
Datierung
1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Großer weiblicher Torso
Übersetzung: Large Female Torso
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Anita Lehmbruck,
1919
Material / Technik
Steinguss und Kunststein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 120 x 45 x 56,5 cm
Erwerbung
1919 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Anita Lehmbruck, Berlin

Objektbeschreibung

Als Lehmbruck im Frühjahr 1910 nach Paris zog, brachte er das im Jahr zuvor entstandene Monumentalwerk „Der Mensch“ mit an die Seine. Das angewinkelte linke Bein, der nach unten geneigte Kopf und die gekrümmte Haltung des dargestellten Mannes erinnern unweigerlich an Auguste Rodins Skulptur „L’Ombre“ (Der Schatten, 1880), die Lehmbruck 1904 während der „Internationalen Kunstausstellung“ in Düsseldorf gesehen hatte. In Paris führte einer seiner ersten Wege nach Meudon, wo Rodin in einem ehemaligen Ausstellungspavillon seine Werke präsentierte. Kurz nach dem Besuch begann Lehmbruck die Arbeit an der „Stehenden weiblichen Figur“, deren ruhige, nach innen gekehrte Haltung und ebene Oberflächenstruktur im Gegensatz zu den gestenreichen, lebhaft modellierten Skulpturen Rodins stehen. Auf dem Weg zu einer eigenständigen Formensprache hatte sich Lehmbruck von seinem einstigen Idol ab- und anderen Zeitgenossen zugewandt. Neben den monumentalen Figuren von Aristide Maillol ist auf Werke von Max Klinger, Bernhard Hoetger und auch des Malers Hans von Marées hinzuweisen, deren ausgewogene, klassische Kompositionen an die Antike anknüpfen. Bei der „Stehenden weiblichen Figur“ hat Lehmbruck dies mit der Andeutung eines Kontraposts und dem lose um die Oberschenkel drapierten Tuch aufgegriffen. Seine Entscheidung, die Ganzfigur mit dem „Großen weiblichen Torso“ zum Fragment werden zu lassen, versöhnt wiederum seine Antikenrezeption mit der Wertschätzung Rodins, der maßgeblich zur Anerkennung des Torsos als modernem bildhauerischen Motiv beigetragen hatte. | Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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