Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1981
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Zwei PuppenÜbersetzung: Two Mannequins
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 190 x 150 cm
- Erwerbung
- 1985 Ankauf vom Künstler, Dresden
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959505
Objektbeschreibung
Ab 1974 studierte Giebe zunächst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und war anschließend Meisterschüler von Bernhard Heisig in Leipzig. Das Motiv der Puppe hat Giebe seit Beginn der 1980er-Jahre in zahlreichen Gemälden, Zeichnungen und druckgrafischen Arbeiten aufgegriffen. Für „Zwei Puppen“ setzte er zwei dieser Schaufensterpuppen nachempfundenen Figuren formatfüllend ins Bild. Spannung und beklemmendes Gefühl ergeben sich zunächst aus der gerüstartigen Wandstruktur, die die Puppen unmittelbar hinterfängt. In diesem beengten Bildraum lüftet zudem die linke Figur, die von den Betrachter*innen abgewandt steht, ihren silbrig-grauen Trenchcoat wie ein Exhibitionist gegenüber der anderen Puppe. Die Künstlichkeit dieser starren Posen kontrastiert Giebe mit einer durchaus menschlichen Charakterisierung, etwa im fokussierten Blick der rechten Puppe. Die Erscheinung beider Figuren schwankt dadurch zwischen unbelebter Materie und agierender Instanz. Gedeutet wurden die Puppenfiguren Giebes unter anderem als Allegorie auf einen „Zustand der Entfremdung“ (Karin Thomas, in: Archiv-Blätter 23, Berlin 2015, S. 8). Die Titel einiger dieser Arbeiten, darunter „Aufmarsch der Puppen“ (1980; Abb. in: Geschichtsbilder, Mainz 1999, S. 17) und „Die Bedrohung – Der Schoß ist fruchtbar noch“ (1981/82; MdbK Leipzig) stellen die Puppenfiguren in den Zusammenhang der jüngeren deutschen beziehungsweise europäischen Geschichte. Sie deuten auf die Verheerungen des Faschismus, der nach Ansicht Giebes durchaus nicht als gebannte Gefahr gelten kann. | Sophie Thorak
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de