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Stillleben mit Geige

Ident. Nr.: A II 804

ObjID: obj:959587

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gigiotti Zanini (1893 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Geige
Übersetzung: Still Life with a Violin
Originaltitel: Natura morta
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 80,5 x 63 cm
Erwerbung
1932 Ankauf zusammen mit anderen Werken im Tausch gegen ein Michetti Gemälde

Objektbeschreibung

Der italienische Maler und Architekt Zanini stammte aus dem österreichischen Tirol. Nach nur einem Jahr des Studiums der Malerei an der Accademia di Belle Arti in Florenz schloss er sich einer Gruppe futuristischer Maler an, die sich um die Zeitschrift „Lacerba“ versammelt hatte. 1915 meldete Zanini sich freiwillig zum Kriegsdienst, um Bestrebungen zu unterstützen, die nach der Einigung Italiens 1861 unter österreichischer Herrschaft verbliebenen italienischen Gebiete Trentino und Triest einzugliedern. Nach dem Ende des Konflikts infolge des Ersten Weltkriegs ging Zanini nach Mailand, schloss sich der italienischen Künstlervereinigung Novecento an, verkehrte aber vor allem bei den Architekten der Gruppe von Giovanni Muzio. Zanini wurde schließlich selbst Architekt, der in den 1920er- und 1930er-Jahren zahlreiche Wohnhäuser in Mailand schuf und Innenräume gestaltete. 1927 arbeitete Gabriele Mucchi im Architekturbüro Zaninis; er verantwortete 1929 eine Ausstellung des Novecento auf der „Juryfreien Kunstschau“ in Berlin. Der Direktor der Nationalgalerie, Ludwig Justi, wollte seit Beginn der 1920er-Jahre Kunst zeitgenössischer Italiener für die Sammlung erwerben. Durch die Schau mag er in seinem Anliegen bestärkt worden sein. 1932 schließlich wurden gegen das Monumentalbild „Die Tochter des Jorio“ (1895; heute Biblioteca provinciale Gabriele D’Annunzio, Pescara) von Francesco Paolo Michetti 15 Werke italienischer Künstler eingetauscht, darunter das im selben Jahr entstandene „Stillleben mit Geige“. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson