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Dada Relief

Ident. Nr.: FNG 4/79

ObjID: obj:959639

Erworben durch die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Arp (1886 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1917-1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dada Relief
Originaltitel: Relief Dada
Provenienz
Schenkung: Sammlung Hannah Höch, Berlin,
um 1923 - 1978
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Hannah Höch,
1978–1979
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24,5 x 28 x 6 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass Hannah Höch, Berlin (West), durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Zusammen mit Hugo Ball, Emmy Hennings, Richard Huelsenbeck und Tristan Tzara gehörte Arp zu den Gründern der Dada-Bewegung in Zürich. Diese entstand 1916 als Reaktion auf die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten politischen und gesellschaftlichen Umbrüche. Das Ziel der Künstler war es, sich von den als überkommen wahrgenommenen sozialen und moralischen Konventionen zu befreien und die traditionellen Formen und Mittel der Kunst infrage zu stellen, um so die Grundlage für eine neue Kunst zu schaffen. Neben Gedichten und Grafiken schuf Arp in dieser Zeit seine ersten Holzreliefs, die er aus unterschiedlich zugeschnittenen Holzplatten zusammensetzte. Dabei nutzte er „elementare“, einfache Formen und Materialien. Die Kunsthistorikerin Carola Giedion-Welcker spricht in diesem Zusammenhang von einem „formalen Elementarismus“, einem Hang zum Absoluten, Einfachen und Wesentlichen, in dem der Zufall, die Intuition, das Spielerische, ebenso aber auch Klarheit, Ordnung und Präzision eine große Rolle spielen (Carola Giedion-Welcker, Urelement und Gegenwart in der Kunst Hans Arps, in: Das Werk, H. 52 [1952], S. 164). Das „Dada Relief“ gehört zu einem Konvolut an Arbeiten von Arp und Kurt Schwitters, das 1979 aus dem Nachlass der Künstlerin Hannah Höch in die Sammlung der Nationalgalerie (West) gelangte. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson