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Bahnübergang

Ident. Nr.: A IV 408

ObjID: obj:959676

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Schrimpf (1889 - 1938),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bahnübergang
Übersetzung: Railway Crossing
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Hedwig Schrimpf, Berlin,
1975
Nachlass Hedwig Schrimpf, Heide Guderjahn, Berlin,
1975–1980
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 52 x 84 cm
Erwerbung
1980 Ankauf aus dem Nachlass der Witwe des Künstlers, Hedwig Schrimpf, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Nachdem Schrimpf zunächst nur Landschaften gemalt hatte, in denen menschliche Eingriffe höchstens am Rande thematisiert wurden (vgl. etwa „Landschaft bei Uffing“, A IV 209), hielt im vorliegenden Werk erstmals der technische Fortschritt Einzug. Mit der Darstellung von Bahngleisen und eines Streckensignals hat der Künstler eine vom Menschen fundamental veränderte Landschaft wiedergegeben. Ein Zug, in dem sich Personen befinden könnten, ist dennoch nicht zu sehen. Über die Bahngleise führen zwei Brücken, die dem Werk ihren Titel verliehen haben. Schrimpf war 1929 mit seiner zweiten Frau Hedwig sowie den Söhnen Markus und Peter nach Lochhausen gezogen. Der Ort liegt direkt an der Bahnlinie München – Augsburg, die womöglich als Vorbild für das Gemälde diente. Das weiche Licht der Morgendämmerung umgibt die Bahnanlage mit einer idyllischen Atmosphäre, was sich als Bruch zwischen Mensch und Natur verstehen lässt. Die nahezu magische Stimmung, die durch das sanfte Licht evoziert wird, könnte von Schrimpfs Auseinandersetzung mit der Strömung der italienischen Pittura metafisica herrühren, mit deren Hauptvertreter, Carlo Carrà, der Künstler im engen Austausch stand. | Stefanie Meisgeier

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson